Emissionsmaßnahmen

Niederlande: Neue Pläne zur Stickstoff-Reduktion

Die niederländischen Milcherzeuger bekommen strengere Emissionsregelungen. Einzelne Regionen sollen die Stickstoffemissionen um bis zu 70 % reduzieren.

Die niederländische Regierung hat neue Pläne zur Emissionsminderung angekündigt. Nachdem 2018 die Phosphat-Quote eingeführt wurde, steht jetzt Stickstoff im Fokus. Das könnte die Milchproduktion erneut deutlich einschränken. Zuletzt hatten die Milcherzeuger wegen neuerdings nötigen Sondergenehmigungen für das Weiden protestiert (Niederländer lassen Kühe aus Protest gegen „absurde“ Nitratpolitik im Stall).

Ziel der Politik ist es jetzt grundsätzlich Emissionen zu reduzieren, und dabei besonders in Naturschutzgebieten. Dafür hat die Regierung verschiedene Gebiete ausgewiesen, in denen die Stickstoff-Emissionen um 12 bis 70 % gesenkt werden sollen. In Naturschutzgebieten selbst ist eine Reduktion um 95 % geplant.

Aufhören oder nachhaltiger werden

Wie genau die Betriebe diese Ziele erreichen sollen, steht noch nicht fest. Die Politiker schlagen nur vor, dass Tierhalter ihre Betriebe ihren Standort aufgeben oder verlagern könnten oder aber nachhaltiger gestalten sollten. Die Branchenorganisationen legen den Fokus vor allem auf emissionsmindernde Maßnahmen.

So verweist die Niederländische Molkereiorganisation (NZO) auf die Vorschläge der „Future Dairy Farming Coalition“ (bestehend aus Bauernverband (LTO), Jungbauernverband (NAJK), Rabobank und NZO): „Wir haben konkrete Vorschläge zur Stickstoffreduzierung gemacht, die von der Universität Wageningen berechnet wurden. Diese Vorschläge sind realistisch, durchführbar und finden breite Unterstützung.“ Das Kabinett habe mit diesen Plänen bis heute nichts unternommen, so NZO.

Das "wie" ist noch unklar

Das Ausgestalten der Auflagen überlässt die Regierung jetzt aber den Provinzen. Die sollen bis Juli 2023 die konkreten Maßnahmen erarbeiten. Insgesamt stellt das Kabinett bis einschließlich 2035 über 24 Mrd. € bereit für die Natur-, Stickstoff-, Wasser- und Klimaziele inklusive dem Wandel in der Landwirtschaft.

Kritik vom Bauernverband

Der niederländische Bauernverband (LTO) lehnt die Stickstoffpolitik ab und bezeichnet sie als „unrealistischen Kahlschlag“ und ein „Diktat von oben“. „Das Kabinett verlässt sich auf Berechnungen und verstrickt sich in einen juristischen Sumpf aus nicht umsetzbaren Standards. Die Verantwortung wird auf die Provinzen verlagert“, erklärt der LTO. Der Verband hofft jetzt auf mehr Realitätssinn bei der Umsetzung der Maßnahmen in den Provinzen.

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