Tiertransport

Niederlande verbieten Lebendtierexporte in EU-Drittländer

Die Niederlande setzten die Ausfuhr von lebenden Tieren in Nicht-EU-Länder aus. Davon betroffen sind insbesondere Rinderexporte nach Russland und Kasachstan.

Die Landwirtschaftsministerin Carola Schouten erklärte, dass die Einhaltung der Tierschutzregeln im Rahmen der EU-Transportverordnung bei Exporten in Drittländer nicht garantiert werden kann. Daher setzt die Niederlande die Drittlandsexporte aus.

Ab einer bestimmten Transportzeit sei eine mindestens 24-stündige Pause in geeigneten Versorgungsstationen vorgeschrieben. Allerdings gebe es für Drittländer bislang keine Liste mit von der EU anerkannten Einrichtungen. Deshalb werde die niederländische Behörde für Lebensmittelsicherheit (NVWA) für Lebendtierexporte in solche Staaten vorerst keine Exporterlaubnis mehr erteilen.

Als Voraussetzung für die Aufhebung des Exportverbotes forderte Schouten vom niederländischen Verband der Viehhändler (Vee & Logistiek Nederland), entsprechende Einrichtungen bereitzustellen und vertrauenswürdige Verfahren zu schaffen, die der NVWA Kontrollen ermöglichten. Von dem Ausfuhrstopp betroffen seien vor allem niederländische Rinderexporte nach Russland sowie durch Russland nach Kasachstan.

Die Ministerin reagierte damit auch auf Nachforschungsergebnisse deutscher Tierärzte in elf russischen Versorgungsstationen, die bereits im Dezember 2019 vorgelegt wurden. Demnach hatten deutsche Exporteure für die Genehmigung von Lebendviehtransporten unter anderem Versorgungsstationen angegeben, die gar nicht existierten oder die in einem schlechten oder gar ungenutzten Zustand gewesen sind. Einen großen Teil der betreffenden Adressen haben der Ministerin zufolge auch die niederländischen Viehtransporter immer wieder für ihre Reiseplanung gegenüber der NVWA angegeben. Außerdem lasse sich aus der Korrespondenz mit russischen Behörden kein eindeutiges Bild über die Existenz von EU-konformen Rastplätzen ableiten, so Schouten.

Unterdessen forderten die deutschen Tierschutzorganisationen Vier Pfoten und Provieh die Bundesregierung auf, umgehend dem Beispiel der Niederlande zu folgen. Einige Bundesländer wie Brandenburg und Bayern hätten bereits reagiert und die Tiertransporte nach Russland ausgesetzt. Bundesministerin Julia Klöckner müsse endlich in ganz Deutschland Rechtssicherheit für alle Beteiligten schaffen, so Provieh.


Diskussionen zum Artikel

von Stephanie Winhard

Es gibt keinen für mich nachvollziehbaren Grund,

warum man lebende Tiere über den halben Globus karren muß, nur um sie am Ende dann noch billiger schlachten zu können, nur weil Kühltransporte zu teuer sind. Früher war das Fleisch aus Argentinien mal super, weil freilebend aufgewachsen und auf der Reise langsam trocken gereift. ... mehr anzeigen

von Günter Schanné

Zuchttiere

Ausnahme für Zuchttiere sehr zweifelhaft. Ich erinnere an den Verkauf von 30 tragenden Zuchtrindern der Rasse Höhenfleckvieh im Frühjahr 2019 von Miesbach/ Bayern in die Slowakei; dort wurden sie am Ankunftstag mit neuen Papieren versorgt und als Schlachtrinder nach Tripolis in Libyen ... mehr anzeigen

von Michael Prantl

Tiertransporte

Eine ewige Diskussion die nicht mehr anzuhören ist. Für was gibt es eine EU? Verbraten die nur Steuergelder aber regieren und reagieren auf Mißstände tun die so und so nicht - dafür muß man Kalkstickstoff verbieten - ein reines Naturprodukt dass wirklich auch dem Boden hilft - Hilfe ... mehr anzeigen

von Günter Schanné

Tiertransporte

DIe EU hat eine Tierschutztransportverordnung erlassen. Bereits 2005. Für die Durchführung sind die Mitgliedsstaaten zuständig.

von Andreas Gerner

Auf welcher Rechtsgrundlage?

Ich empfehle den Landwirten, auf Schadenersatz zu klagen.

von Michael Ruth

Geld stinkt nicht???

Warum auf Schadenersarz klagen? das unversorgte Vieh hat den Schaden und wir müssen uns mangelnde Empathie vorhalten lassen

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