optiKuh: Erste Ergebnisse für die Praxis

Diese Woche fand die Abschlussveranstaltung für das Verbundprojekt "optiKuh" in Braunschweig statt. top agrar war dabei und gibt heute sowie in den nächsten Tagen einen Überblick über die ersten Ergebnisse.

Diese Woche fand die Abschlussveranstaltung für das Verbundprojekt "optiKuh" in Braunschweig statt. top agrar war dabei und gibt heute sowie in den nächsten Tagen einen Überblick über die ersten Ergebnisse.

15 Projektpartner haben sich in optiKuh zusammengeschlossen, um die Tiergesundheit und das Tierwohl in der Milchproduktion weiter zu verbessern, das Klima zu schonen und die Wirtschaftlichkeit zu steigern. Der offizielle Startschuss war am 19. März 2015. Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 3,35 Mio. €. Das Projekt wurde mit Mitteln aus dem Programm zur Innovationsförderung des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) in Höhe von etwa 2,55 Mio. € finanziell unterstützt. Die Projektkoordination hatte die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL), Institut für Tierernährung und Futterwirtschaft, Grub.

Auf der zweitägigen Abschlussveranstaltung haben die Projektpartner ihre Ergebnisse und erste Empfehlungen präsentiert. Abgeschlossen sind die Auswertungen aber noch nicht.

Insgesamt gab es fünf Themenblöcke. Die Kurzzusammenfassung des ersten Themenblocks stellen wir heute vor, die anderen Themenblöcke folgen in den nächsten Tagen.

Themenblock I:  Intensität der Milchkuhfütterung

Das Leistungsvermögen unserer Milchkühe hat sich durch die Zucht auf Milchleistung erheblich erhöht, die Futteraufnahmekapazität dagegen nicht im gleichen Umfang. Umso mehr gewinnt eine entsprechende Ausgestaltung der Fütterung an Bedeutung, um den Bedarf des Tieres an Energie und Nährstoffen zu decken. Der Milchviehhalter kann mit der Qualität des betriebseigenen Grobfutters (Gras- und Maisprodukte) sowie durch den Einsatz von Kraftfutter reagieren. Ein ausgewogener Kraftfutteranteil steht dabei in Hinblick auf tiergerechte Fütterung sowie Ökonomie und Ökologie stark in Diskussion. Der Frage der optimalen Intensität wurde daher in den Fütterungsversuchen nachgegangen. Beim betriebseigenen Grobfutter wurden ein gutes und ein sehr gutes Energieniveau verglichen. Beim Kraftfutter kamen die im ökologischen Landbau üblichen geringen Mengen und die im konventionellen Bereich üblichen höheren Mengen zum Einsatz.

Zur Prüfung der Versuchsfragen wurden an zwölf auf dem Gebiet der Forschung mit Milchkühen erfahrenen Versuchseinrichtungen kombinierte Fütterungs- und Zuchtversuche durchgeführt. All diese Einrichtungen verfügen neben der Milchleistung und den Tiergesundheitsdaten über die entsprechende Ausstattung zur Erfassung der täglichen Futteraufnahme beim Einzeltier. Um grundlegende Aussagen zu erarbeiten, wurden die Versuche zur Fütterung nach Möglichkeit über zwei Jahre durchgeführt.

Aus den Fütterungsversuchen ergaben sich folgende Kernaussagen:

  • Eine Fütterung mit unterschiedlichen Kraftfutteranteilen ist ohne merkliche Beeinträchtigung von Gesundheit und Stoffwechselgeschehen auch längerfristig möglich. Die Milchleistung steigt in unterschiedlichem Maß mit Anstieg des Kraftfutteranteils. Offensichtlich ist der Effekt kleiner bei Einsatz von Total-Mischrationen (TMR, enthält alle Futterkomponenten) im Vergleich zu Mischration plus Kraftfutter am Abrufautomat.
  • Die Anhebung des Energiegehalts im Grobfutter wirkt sich grundsätzlich positiv auf Futteraufnahme und Leistung aus.
  • Der Einsatz des Kraftfutters ist ökonomisch entsprechend der einzelbetrieblichen Gegebenheiten zu bewerten. Maßgebend sind hierbei die Preisrelationen von Grob- und Kraftfutter sowie die Erlöse bei Milch und Fleisch. Besseres Grobfutter zu erzeugen und einzusetzen rechnet sich in der Regel.
  • Der Energiebedarf ist neu zu fassen. Für den leistungsunabhängigen Bedarf sind höhere Werte anzusetzen. Der Umsatz der Energie für Milchbildung ist effizienter als bisher unterstellt. Die zur Diskussion gestellten Faktoren finden bei den Daten der vorliegenden Versuche Bestätigung.
Die Ergebnisse sollen nun umgesetzt werden und soweit möglich in Innovationen münden. Dies betrifft die zukünftige Ausgestaltung von Versuchen ebenso wie die praktische Milchkuhfütterung.

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