Phosphor – wie knapp lässt sich die Ration kalkulieren?

Ein Gehalt von rund 3,5 g Phosphor in der Milchvieh-Ration ist kein Problem, wenn gut verfügbares P eingesetzt wird. Allerdings könnte ein langfristiger P-Mangel vor allem ältere Kühe zu Laktationsbeginn belasten. Das sagte Dr. Wilfried van Straalen (Shothorst) auf der Tagung der Fütterungsberater Nordrhein-Westfalen.

Ein Gehalt von rund 3,5 g Phosphor in der Milchvieh-Ration ist kein Problem, wenn gut verfügbares Phosphor eingesetzt wird. Allerdings könnte ein langfristiger P-Mangel vor allem ältere Kühe zu Laktationsbeginn belasten. Das sagte Dr. Wilfried van Straalen aus den Niederlanden auf der Tagung der Fütterungsberater Nordrhein-Westfalen.
 
Mit der neuen Düngeverordnung rückt Phosphor für Milcherzeuger in den Fokus: Die tolerierbaren Phosphat-Überhänge sind von 20 kg /ha auf 10 kg /ha halbiert. Gleichzeitig steigt der P-Gehalt in den GVO-freien Rationen mit hohem Raps-Anteil.

Dr. Martin Pries von der Landwirtschaftskammer NRW machte deshalb deutlich: Mit der geplanten Stoffstrombilanz müssen Milcherzeuger wohl eine P- und N-reduzierte Fütterung nachweisen. Eine Möglichkeit dazu sei eine bedarfsgerechte Phasen-Fütterung: Rund 10% Phosphor bzw. Stickstoff ließen sich laut Dr. Pries einsparen, wenn Milchkühe in drei Gruppen abhängig vom Laktationstag eingeteilt werden.  
 
Erfahrung mit einer restriktiven P-Fütterung haben die Niederlande gemacht. Ein nationaler Reduktionsplan hat die P-Produktion der Milch-Branche in diesem Jahr begrenzt. Ab 2018 soll eine Phosphat-Quote die Emissionen regulieren.
 
Dr. Wilfried van Straalen von der niederländischen Forschungseinrichtung Schothorst sieht im ersten Schritt noch viel Potenzial in den Rationen, die P-Versorgung effizienz an den Bedarf anzupassen. Ein Gehalt von 3,5 bis 4,0 g P/kg TM sei bei Milchkühen ohne Leistungseinbußen oder Gesundheitsprobleme möglich, denn das Recycling über Speichel und Pansen werde häufig unterschätzt. Im ersten Laktationsmonat sei aber eine höhere Konzentration (etwa 4,5 g/kg TM) sinnvoll. Darüber hinaus lasse sich die P-Menge weiter optimieren, wenn die P-Verdaulichkeit einbezogen wird. Das niederländische Institut ermittelt die P-Abbaubarkeit von Einzelfuttermitteln und erstellt so eine optimierte P-Bilanz der Ration.
 
Eine P-Unterversorgung könnte aber auch langfristig negative Folgen haben. Dr. van Straalen zeigte Studien, wonach ältere Kühe, die über mehrere Laktationen unterversorgt waren, zu Laktationsbeginn in ein Energiedefizit kommen und Körperkondition abbauen. Kurzfristig sind bei einem P-Mangel Störungen der Pansenfunktion möglich, was zu Milchfieber oder Downer-Cow-Syndrom führen kann.  
 
 
 
 
 

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