Milch Marker Index

Produktionskosten zu 22 % nicht gedeckt

Der Milch Marker Index ist im April 2019 im Vergleich zum Januar von 109 auf 107 gesunken. Das berichtet die MEG Milch Board, die den Index vierteljährlich veröffentlicht.

Für eine kostendeckende Milcherzeugung in Deutschland fehlen somit 9,77 Cent pro kg Milch oder 22 %. Mit 44,33 Cent pro kg Milch lagen die Milcherzeugungskosten im April 2019 fast einen Cent unter den Kosten im Januar (45,28 Cent). Jedoch sank der Milchauszahlungspreis ebenfalls um 0,59 Cent auf 34,56 Cent pro kg Milch.

In den Regionen Ost und Süd sanken die Milcherzeugungskosten um 1,26 Cent und 1,6 Cent pro kg am deutlichsten. Im Norden haben sich die Kosten seit Januar wenig verändert. In Schleswig-Holstein lag der Auszahlungspreis jedoch mit 31,88 Cent pro kg um 1,39 Cent unter dem Januar-Preis.

Auszahlungspreise und Erzeugungskosten seit 2009. (Bildquelle: MEG Milch Board)

Günstige Marktentwicklung: Dennoch sinkende Milchpreise

„Eigentlich sehen wir aktuell überall positive Marktsignale“, berichtet Peter Guhl, Vorstandsvorsitzender der MEG Milch Board. Die Milchanlieferung in Deutschland und Frankreich liege unter Menge der Vorjahreswoche und die andauernde Trockenheit würde dies voraussichtlich verstärken. Doch die Preisgestaltung in Deutschland habe sich vom Rohstoffmarkt entkoppelt. „Die Molkereien kennen unsere Produktionskosten von 44,33 Cent im Bundesdurchschnitt sehr gut, bezahlen aber konstant zehn Cent zu wenig“, so Guhl. Weltmarktproduzenten wie Neuseeland und die USA würden trotz teils günstigerer Produktionsbedingungen mittlerweile höhere Milchpreise zahlen als der Schnitt der EU 25.

Unterdeckung seit 2009. (Bildquelle: MEG Milch Board)

Umzingelt von Öko: Konventionelle Bauern leiden unter Käferinvasion

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Artikel geschrieben von

Julia Hufelschulte

Redaktion Rind

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Diskussionen zum Artikel

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von Dirk Rathmann

Was soll das?

Ganz ehrlich. In unserer Region pachten die Milchbetrieb reichlich Fläche für 4-stellig, investieren wie irre und die Familien sehen auch nicht nach Hunger aus. Das alles, weil Sie die letzten 10 Jahre nichts verdient haben? Dann müsste das Geld von Oma ja bald mal alle sein. Irgendetwas stimmt an der Betrachtung nicht.

von Josef Doll

Nun früher gab es mal einen Geschichte

Wo ein Bauer der Ziege das fressen abgewöhnen wollte. Und als er glaubte das es geglückt war ist sie doch tatsächlich gestorben. Da WIR aber schon über 10 Jahre mit durchschnittlich 2 /3 des Preises zurecht kommen , gehe ich davon aus das ann erstens WIR und erst recht die Miv und die Politik sich daran gewöhnt haben das Wir ohne auskommen ------- Bis jetzt haben Sie doch recht ----- Oder doch nicht ???

von Gerd Uken

Gestern bei Hart aber“Fair“

Es ging zwar nicht um die Milch aber auch die können ihre Kosten nicht decken: https://www.watson.de/deutschland/tv/969377043-hart-aber-fair-julia-kloeckner-greift-bauer-an-machen-sie-sich-mal-locker

von Matthias Zahn

Kein Problem.....

Stefan Dürr wartet schon darauf die Lücke schließen zu können......

von Willy Toft

Unsere Politik hilft uns nicht, im Gegenteil, sie verschärft ständig die Produktionsbedingungen!

In dieser Katastrophalen Gemengelage will man uns hier in Europa ausbluten lassen. Nur wem hilft das? Es ist doch kurzsichtig, hier die Milchproduzenten zur Aufgabe zu zwingen, um dann den Rohstoff sonst woher ranzukarren! Die Politik schaut weg, und verschärft diesen Zustand noch!!

von Bernhard ter Veen

ich seh immer nur MILCH...

den Anderen Betriebsformen,sei es Rindermäster,Rübenbauern, Kartoffelbauern, Getreidebauern, Hühner-Enten-Gänse-Puten(die schon lange am Tropf der Konzerne hängen) und und und, geht es NICHT besser... Rindermast kommt schon lange auf KEINEN grünen Zweig mehr. Die IMPORTE sämtlicher Agrarsparten machen ein Sinnvolles am Markt orientieren UNMÖGLICH. Die LEH's und deren zuliefernde Verarbeiter verdiehnen sich an diesem "Blligimportsektor" eine Goldene Nase und uns produzierende Bauern lässt man am Staatlichen Subventionentropf zum Aussenseiter der Gesellschaft werden. Die NGO's und Weltuntergangsprediger tun Ihr Bestes dazu. So bleibt der inner Deutschen Landwirtschaft NICHTS mehr...als nur an die Grossagrarier zu verpachten...

von Gerd Uken

Und die Momkereien stellen sich darauf ein

https://www.nov-ost.info/Russland/DMK-baut-neues-Kasewerk-im-Gebiet-Voronezh.html Stefan Dürr ist dort auch nicht weit weg von

von Gerd Uken

Wohin das führt sieht man ja im Nachbarland

Die Kuhzahlen werden sinken weil Milchproduktion nicht mehr lohnt. Den Größeren Betrieben laufen die Kosten auch davon und die Auflagen werden immer mehr... u. kleinere werden nicht noch mal 100.000€ in die Hand nehmen um Silageplatten u. Güllebehälter auf Vordermann zu bringen. Es hören jetzt schon mehr auf als man denkt

von Gerd Schuette

Dank des Milchmarkerindex wird diese permanente Unterdeckung immer wieder öffentlich gemacht. Danke für eure Arbeit. Es gibt aber immer noch zu viele Marktbeteiligte, Verbände und Politiker die lieber einfach wegschauen. Vergleichbares gilt auch für andere Produktionsrichtungen in der Landwirtschaft. Nicht von ungefähr zählt die Berufsgruppe der Landwirte zu den am meisten suizidgefährdeten Berufsgruppen. Es ist an der Zeit, das sich was ändert. Wegschauen und ducken; ignorieren und verdrängen sind keine Lösung.

von Gerd Schuette

Mit dem Preisdumping sägt die Nahrungsmittelindustrie weiter und weiter an dem Ast auf dem sie sitzt. Die Politik aber auch die Molkereien erhöhen permanent die Auflagen und Anforderungen, was die Kosten befeuert. Wohin wird das führen?

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