Jungviehaufzucht

Jungviehaufzucht: Richtig remontieren Plus

Wie viel Jungvieh ist zur Bestandsergänzung nötig und welche Tiere eignen sich? Entscheidend sind eine betriebsindividuelle Strategie und ein hoher Qualitätsanspruch.

Unter den aktuellen Marktpreisen und Produktionskosten ist es für viele Betriebe rein rechnerisch günstiger, Färsen zuzukaufen als diese selbst großzuziehen. Dennoch gibt es auch klare Vorteile, die Jungviehaufzucht in der eigenen Hand zu haben. Das hat der erste Beitrag unserer Serie zur Jungviehaufzucht in der Ausgabe 3/2020, Seite R 17 gezeigt.

Ist die Entscheidung für die eigene Remontierung gefallen, verfolgen Betriebe verschiedene Wege: Der eine zieht beharrlich jedes weibliche Kalb bis zur Jungkuh auf, der andere selektiert genau und hält so wenig Nachzucht wie nötig.

Bedarf kennen

Am Beginn sollte ein Betriebsleiter sich die Frage stellen, wie viel weibliches Jungvieh er überhaupt für die eigene Remontierung benötigt. Diese Zahl ist bei stabiler Herdengröße abhängig von der Remontierungsrate dem Erstkalbealter und den Aufzuchtverlusten. Die Landesanstalt für Landwirtschaft in Bayern (LfL) hat folgendes berechnet:

Im Durchschnitt muss ein Milchviehbetrieb mit 100 Kühen, 20 % Remontierungsrate und 24 Monaten Erstkalbealter 40 Stück weibliches Jungvieh für die eigene Remontierung aufziehen. Im Gegensatz dazu hat ein Betrieb mit 40 % Remontierung und 32 Monaten Erstkalbealter im Schnitt 107 Stück Jungvieh im Stall (Übersicht). Das ist ein Unterschied von 67 Stallplätzen. In der Rechnung des LfL sind die Tierverluste noch nicht eingerechnet, die von der Aufzucht des weiblichen Kalbs bis zur abgekalbten Färse entstehen können.

Strategie verfolgen

Wer die benötigte Zahl an Nachzuchttieren kennt, hat die Möglichkeit, seinen Jungviehbestand von Beginn an genau zu planen. Dr. Ilka Steinhöfel vom Sächsischen Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie empfiehlt Betriebsleitern, sich anhand ihrer eigenen betrieblichen Gegebenheiten eine konsequente Selektionsstrategie zu erarbeiten.

Es gibt Betriebe, für die es aufgrund einer hohen Faktorausstattung (z. B. nur mit Jungvieh nutzbare Weide) wirtschaftlich sinnvoll ist, sämtliches Jungvieh aufzuziehen und überzählige Tiere erst nach der Abkalbung zu verkaufen. Doch auch bei dieser Variante sollten Milchviehhalter alternative Verwertungsmöglichkeiten von Futterflächen und Ställen nicht pauschal ausschließen, sondern sachlich berechnen.

Gründe dafür sind die Kosten, die Arbeitsbelastung und die Tiergesundheit. „Meiner Erfahrung nach verbessert ein scharf geplanter Jungviehbestand oft die Qualität der Aufzucht“, so...

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Diskussionen zum Artikel

von Frank Groenewold

Jungviehaufzucht lohnt nicht mehr

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