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Botulismus: Mehr Forschung und Fakten nötig!

Dringend mehr Forschung und eine sachlichere Diskussion über das Thema "Botulismus im Rinderstall" forderten gestern Wissenschaftler, Berater und betroffene Landwirte auf einer Tagung in Horstmar-Leer. Anlass für die Tagung war die zunehmende Anzahl von Rinderbeständen, die an einer chronisch verlaufenden Erkrankung leiden.

Lesezeit: 2 Minuten

Dringend mehr Forschung und eine sachlichere Diskussion über das Thema "Botulismus im Rinderstall" forderten gestern Wissenschaftler, Berater und betroffene Landwirte auf einer Tagung in Horstmar-Leer.


Anlass für die Tagung war die zunehmende Anzahl von Rinderbeständen, die an einer chronisch verlaufenden Erkrankung leiden. Meist leidet die komplette Herde dabei an Leistungsabfall, Müdigkeit, unsicherem Gang, nachlassenden Reflexen, schlechter Pansenaktivität und starkem Speichelfluss.


Die Erkrankung, die bisher vor allem in Schleswig-Holstein und Weser-Ems aufgetreten ist, wird in Zusammenhang mit Clostridien gebracht. Weil in manchen Beständen das Botulinum-Toxin des Erregers Clostridium botulinum nachgewiesen wurde, sprechen viele Wissenschaftler und Tierärzte deshalb auch von "chronischem Botulismus" im Unterschied zum akuten Botulismus.


Die Ursachen dieses neueren Krankheitsbildes sind bisher nicht eindeutig geklärt. Diskutiert werden vor allem verunreinigte Silagen und Geflügelmist als Eintragsquelle. Diskutiert wurde gestern vor allem auch über Gärreste aus Biogasanlagen als Ursache.


Konkrete Belege für diese Theorien gibt es bisher aber nicht in ausreichendem Maße. Nach Dr. Michael Lebuhn von der LfL in Bayern gibt es bisher keinen Hinweis auf krankmachende Clostridien, die durch den Biogasprozess aktiviert würden oder sich in der Anlage vermehren würden. Nachgewiesene krankmachende Clostridien könnten allenfalls bereits vorher im Gärsubstrat vorhanden gewesen sein oder nachträglich in den Gärrest gelangt sein, so der Wissenschaftler. Er forderte wie viele andere gestern, dringend eine gezieltere Forschung nach den Ursachen und eine Abstimmung der beteiligten Institute.


Nach Dr. Wolfgang Kehler von der Tierärztlichen Hochschule in Hannover sei eine Beteiligung des Botulinum-Bakteriums Clostridium botulinum an diesem chronischen Krankheitsgeschehen eher spekulativ.


Er forderte für Botulismus eine klare Diagnosestellung auf der Basis der klinischen Krankheitssymptome. Nur wenn das Tier unter einer Muskelschwäche und Lähmungen leide, könne man von Botulismus sprechen: "Nur weil das Toxin in einem kranken Bestand nachgewiesen wird, muss es nicht die Krankheitsursache sein, denn Clostridium botulinum kommt überall vor."


Kehler forderte einheitliche Untersuchungsstandards, um überhaupt Aussagen zu den tatsächlichen Fallzahlen machen zu können. Bisher hat jedes Labor eine eigene Methode, so dass die Ergebnisse nur schwer vergleichbar sind.


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