Rinder-Exporte in Türkei boomen

Der Verkauf von Lebendrindern aus der Europäischen Union in die Türkei hat im ersten Halbjahr 2016 mit rund 150.000 Tieren und einem Zuwachs von mehr als 70 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum einen regelrechten Boom erlebt und das Land am Bosporus zum wichtigsten Drittlandskunden werden lassen.

Der Verkauf von Lebendrindern aus der Europäischen Union in die Türkei hat im ersten Halbjahr 2016 mit rund 150.000 Tieren und einem Zuwachs von mehr als 70 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum einen regelrechten Boom erlebt und das Land am Bosporus zum wichtigsten Drittlandskunden werden lassen. Mit 205 Mio. € entfielen gut 19 % der gesamten EU-Exporterlöse im Bereich Rindfleisch und Rinder auf die Türkei.

Einer aktuellen Analyse des US-Agrarattachés in Ankara zufolge wird das Land auch weiterhin einen hohen Einfuhrbedarf haben, sodass sich gute Absatzmöglichkeiten für Anbieter aus der EU – aber auch aus Südamerika – bieten.

Nach Angaben der US-Experten belief sich der türkische Rinderbestand einschließlich Büffeln Anfang 2016 auf 14,13 Mio. Tiere, was im Vorjahresvergleich ein Minus von 218.000 Stück oder 1,5 % bedeutete. Die Zahl der Milchkühe nahm dabei um 0,4 % auf 5,60 Mio. und diejenige der Fleischkühe um 2,5 % auf 1,90 Mio. Stück ab.

Der von der türkischen Regierung gewünschte und auch subventionierte Aufbau der Rinderbestände kam damit nicht voran, und bis Anfang 2017 ist kaum mit einer Zunahme der Tierzahlen zu rechnen. Die Einfuhr von Zucht- und Nutzrindern wird sich deshalb laut Schätzung der US-Analysten 2016 gegenüber dem Vorjahr auf 400.000 Tiere verdoppeln und im kommenden Jahr um gut ein Fünftel auf 490.000 Stück steigen.

Bedarf besteht dabei für weibliche Zuchttiere der Rasse Holstein zum Einsatz in der Milchproduktion, die im vergangenen Jahr vor allen aus Deutschland, Österreich und Tschechien bezogen wurden. Sehr begehrt sind jedoch auch „Fresser“ zur Mast, die 2015 vermehrt in Frankreich, Ungarn aber auch in Uruguay gekauft wurden. Das staatsnahe Meat and Milk Board (ESK), über das viele der Importe laufen, gab jüngst bekannt, 50.000 Mastrinder in Uruguay zu einem Preis von 3,21 €/kg Lebendgewicht erworben zu haben, die im Oktober in der Türkei eintreffen sollen. Der Zollsatz bei der Einfuhr von Zucht- und Nutzrindern durch staatliche Organisationen liegt bei Null; der private Sektor muss indes bei Mastrindern 60 % zahlen.

Obwohl Rindfleisch in der Türkei knapp und teuer ist, dürften die Importe 2016 nur bei 40.000 t liegen und 2017 bei 45.000 t. Für private Importeure wird ein prohibitiver Einfuhrzoll von 100 % fällig, während staatliche Stellen für begrenzte Mengen keine Abgaben zu entrichten haben.

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Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

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