Rinderexporte

Rinderexport: Pro Vieh kritisiert Entscheidung in Schleswig-Holstein

Nach der Entscheidung, eine Liste mit geeigneten Transportrouten in bestimmte Drittländer zu erstellen, hat die Tierschutzorganisation Provieh das Vorgehen des Landwirtschaftsministeriums kritisiert. ­

­Schleswig-Holsteins Landwirtschaftsminister Jan Philipp Albrecht hatte am letzten Donnerstag verkündet, Empfehlungen für die Abfertigung von Tiertransporten in Nicht-EU-Länder zu erarbeiten. Zu dem Runden Tisch Tiertransporte sei Provieh nicht eingeladen gewesen. Die dort getroffene Entscheidung könne zu einer Verbesserung der aktuellen Situation beitragen, jedoch sei die Umsetzung kritisch zu betrachten. Momentan deute alles darauf hin, dass diese Empfehlungen ausschließlich von Agrarverbänden, Transportunternehmen und Sammelstellen erarbeitet und vom Minister abgesegnet werden sollen.

„Das wäre aus Sicht des Tierschutzes eine katastrophale Entscheidung, die wir so nicht mittragen könnten“, sagt Angela Dinter, Fachreferentin für Tiertransporte bei Provieh. „Als Mitglied der Runden Tische für Tierschutz und des Tierschutzbeirats in Schleswig-Holstein vermissen wir die Einbeziehung unseres Verbandes in derartige Absprachen und erwarten, bei der Ausarbeitung von tierschutzrelevanten Empfehlungen einbezogen zu werden.“

Daher fordere Provieh das Landwirtschaftministerium Schleswig-Holstein auf, die Ausarbeitung der Tiertransportempfehlungen für Drittländer im Rahmen eines ausgewogenen Gremiums aus Wissenschaftlern, Amtstierärzten, Tierschützern und Agrarverbänden zu erarbeiten.

Provieh fordert einen sofortigen bundesweiten Stopp aller Tiertransporte in Drittländer bis bundesweit einheitliche Vorgaben und Umsetzungsempfehlungen vorliegen. Außerdem ein europarechtliches Verbot von Tiertransporten in Nicht-EU-Länder sowie eine Transportdauerbegrenzung von acht Stunden innerhalb der EU und vier Stunden innerhalb Deutschlands.

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Artikel geschrieben von

Katharina Lütke Holz

Redakteurin Rinderhaltung

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