Agrarkonzern

Russland: Ekosem-Agrar wächst weiter

Allein dieses Jahr stieg die Milchmenge gegenüber dem Vorjahr um 57 %. Hauptaktionär Stefan Dürr will 2019 insgesamt zwölf neue Anlagen eröffnen. Auch Biomilch führte er in den Markt ein.

Die Ekosem-Agrar AG, eine deutsche Holdinggesellschaft der auf Milchproduktion in Russland ausgerichteten Unternehmensgruppe EkoNiva, ist in den ersten neun Monaten 2019 weiter deutlich gewachsen. Das Unternehmen erweiterte die Gesamtherde im laufenden Jahr auf rund 176.000 Tiere (+ 32%). Einen Zuwachs von 41 % hatte die Zahl der Milchkühe seit Jahresbeginn. Sie stieg auf 89.000 Kopf. Infolge der gewachsenen Herde stieg die durchschnittliche tägliche Rohmilchleistung im bisherigen Jahresverlauf deutlich von 1.650 t auf rund 2.200 t (+33 %). Von Januar bis September 2019 erzeugte die Gesellschaft rund 550.000 t Rohmilch. Das entspricht einem Anstieg von 57 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum und liegt bereits deutlich über den im Gesamtjahr 2018 gemolkenen 484.000 t Rohmilch. Trotz des hohen Wachstumstempos stieg die Milchleistung pro gemolkener Kuh weiter: In den ersten neun Monaten 2019 lag sie bei durchschnittlich 28,75 kg/Tag (2018: 28,38 kg/Tag). Nach eigenen Angaben gehen die Betreiber von einem weiteren Anstieg der Milchleistung aus, da die neuen Anlagen erst nach einiger Zeit ihre volle Effizienz erreichten.

Weitere neun Anlagen eröffnet

In den ersten neun Monaten 2019 hat die Ekosem-Agrar weitere neun Milchviehanlagen mit Platz für rund 28.400 Milchkühe eröffnet. Bis zum Jahresende plant das Unternehmen noch drei Anlagen für etwa 11.600 Tiere in Betrieb zu nehmen, heißt es in einer Pressemitteilung. Der Vorstand rechnet mit einer Ausweitung der Milchkuhherde auf rund 100.000 Tiere um den Jahreswechsel sowie einem Anstieg der produzierten Rohmilch auf ca. 800.000 t für das Gesamtjahr. Die russischen Milchpreise, die in der ersten Jahreshälfte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum schon eine deutliche Erholung gezeigt haben, entwickelten sich seit Sommer 2019 weiter positiv und liegen derzeit bei etwa 43 Eurocent je Kilogramm (2018 rund 38 Eurocent).

Nach eigenen Angaben sei auch der Ackerbau im laufenden Jahr bei weiterhin guten Rahmenbedingungen gewachsen. So wurde die landwirtschaftliche Nutzfläche von rund 504.000 ha zu Beginn des Jahres auf 594.000 h zum 30. September 2019 ausgebaut (+18 %). Davon befinden sich mit 310.000 ha rund 52 % im Besitz des Unternehmens, heißt es.

Jetzt auch Biomilch

Im Bereich Milchverarbeitung arbeite die Unternehmensgruppe fortlaufend an der Modernisierung und Erweiterung ihrer Verarbeitungskapazitäten und baue die Marktpräsenz ihres EkoNiva-Sortiments konsequent aus. Im Zuge dessen habe das Unternehmen das Sortiment um eine Biomilch mit einem natürlichen Fettgehalt zwischen 3,3 % und 6 % erweitert. Bisher sei diese Milch in Hypermärkten der Globus-Gruppe im Großraum Moskau und Kaluga sowie in eigenen Verkaufsstellen erhältlich. Die neue Biomilch stammt vom Ekosem-Agrar Betrieb Savinskaya Niva in der Region Kaluga, heißt es weiter. Die 120 Kühe an dem Standort erhielten frisches Gras und zertifiziertes Biofutter aus eigener Produktion. Nach Angaben des Unternehmens produzieren die Tiere täglich rund 1.300 l Bio-Rohmilch. Die EkoNiva Bio-Milch sei unabhängig geprüft worden und trage sowohl das staatliche russische als auch das EU Biolabel.

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Ekosem-Agrar AG geht von einem Anstieg der Milchkuhherde bis zum Jahresende auf ca. 100.000 Tiere sowie einen Anstieg der produzierten Rohmilch auf rund 800.000 Tonnen für das Gesamtjahr aus.

Artikel geschrieben von

Kirsten Gierse-Westermeier

Redakteurin

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Diskussionen zum Artikel

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von Erwin Schmidbauer

Wachsen bis zur Pleite?

Ich traue den ganzen Jubelmeldungen der Ekosem nicht ganz. KTG Agrar hat gezeigt, wie es laufen kann und wenn man bedenkt, wie hoch die "Zinsen" auf die Ekosem-Anleihen sind, erkennt man, wie riskant auch das Geschäftsmodell des Stefan Dürr ist. Aber ich denke, er ist ein kluger Kopf und bringt schon mal seine eigenen Millonen in Sicherheit.

von Christian Bothe

Ekosem

Und wieder muß man feststellen,das Dürr alles richtig macht und das kleinkarierte Denken in Deutschland und der EU mit diesen unsinnigen,teilweise landwirtschaftsfeindlichen Regularien fast lächerlich finden muß zum Leidwesen vieler Bauern hier.

von Rudolf Rößle

Dürr

kommt im November zu einer mir bekannten Veranstaltung nach Bayern. Auch er sagt: So billig wie wir in Deutschland unsere Milch hergeben, wäre in Russland ein großes Problem. Werden die Grenzen wieder geöffnet schleudert es die russische Milchwirtschaft.

von Hermann Bramkamp

Geachtete Bauern

In Rußland werden die Bauern nicht gegängelt und beschimpft. Russisch Bauern weden von der Regierung und den Menschen für ihre Arbeit mit guten Preisen belohnt.

von Steffen Hinrichs

43 Cent pro kg Milch

Und Vorzeigeland Deutschland hängt bei 32 cent ?! Da fehlen einem die Worte ....

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