Rote Zahlen

Fonterra-Anteilseigner gehen leer aus

Die neuseeländische Molkerei Fonterra zahlt dieses Jahr erstmals keine Dividende an Anteilseigner. Der Grund: Die Genossenschaft schreibt bereits im zweiten Jahr rote Zahlen.

Das Geschäftsjahr 2018/2019 der genossenschaftlichen Molkerei Fonterra in Neuseeland endete am 31. Juli 2019. Vorläufiges Ergebnis: tiefrote Zahlen. „Wir rechnen dieses Jahr mit einem Verlust von 590 bis 675 Mio. NZ $. (338 bis 387 Mio. €)“, gibt Geschäftsführer Miles Hurrel bekannt. Das entspräche einem Verlust von 37 bis 42 % je Aktie. Nach eingehender Überprüfung der Buchwerte habe sich herausgestellt, dass sich Unternehmen und Beteiligungen in Brasilien, China, Australien und Neuseeland schlechter entwickelten als angenommen. Die Höhe der Wertberichtigungen belaufe sich auf einen Buchwert von etwa 820 bis 860 Mio. NZ$ (470 bis 493 Mio. €).

Bereits der zweite Verlust in Folge

Im Geschäftsjahr 2017/2018 musste Fonterra erstmalig einen Verlust hinnehmen. Das negative Ergebnis belief sich im vergangenen Jahr auf 196 Mio. NZ$ (111 Mio. €).

Aufgrund des erneuten, noch höheren Verlusts, habe sich die Molkerei dazu entschlossen, für das Geschäftsjahr 2018/2019 erstmalig keine Dividende auszuschütten. Die Existenzgrundlage der Eigentümer habe bei dieser Entscheidung im Vordergrund gestanden, heißt es. Fonterra sei sich der herausfordernden Umweltbedingungen bewusst, in denen Landwirte derzeitig tätig sind.

Cashflow verbessert, Verschuldungen reduziert

„Das ist eine schwierige, aber notwendige Entscheidung, die wir treffen müssen“, sagt Hurrell. Fonterra sei sicher, dass Landwirte und Teilhaber zurecht enttäuscht seien. Die Genossenschaft sei im Kern aber stark geblieben. Nach Angaben des Unternehmens sei in den vergangenen zwölf Monaten der Cashflow verbessert, die Verschuldungen reduziert und erhebliche Kosten aus dem Unternehmen verringert worden. Die Nichtzahlung einer Dividende sei Teil der Absicht, die Schulden zu minimieren. Das liege im langfristigen Interesse aller Beteiligten.

Umrechnungskurs 13.8.2019: 1 NZ$ = 0,57 Euro

Artikel geschrieben von

Kirsten Gierse-Westermeier

Redakteurin

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Diskussionen zum Artikel

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von A.-Wolfram Schwarz

Das sind ja interessante...

...Kennzahlen. Bei rund 350 Mio Euro Jahresverlust trotzdem die Schulden reduzieren zu können, heißt ziemlich viel abzuschreiben. Also, wenn es sich bei den Abschreibungen um keine Bereinigung von "Kellerleichen" handelt, und man einen durchschnittlichen Satz von 10 Prozent unterstellt, dann stehen da Investitionen von 3,5 Mrd. Euro dahinter.... Nicht schlecht für eine Molkerei.

von Willy Toft

Aber immerhin noch ein stattliches Milchgeld, für die Region!

Die Meierei füllt schon wieder die Kriegskasse, ganz normales Geschäftsgebaren! Die müssen Weltweit operieren, damit es für die Milcherzeuger stimmt!

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