Tierärzte gründen neue Arbeitsgruppe zur Qualzucht bei Nutztieren

Im Rahmen einer neuen Arbeitsgruppe will die Bundestierärztekammer (BTK) gemeinsam mit anderen Organisationen und Fachverbänden das Thema „Qualzucht“ auch bei Nutztieren thematisieren und in die Öffentlichkeit tragen.

Die Bundestierärztekammer (BTK) will am Mittwoch eine neue Arbeitsgruppe zum Thema Qualzucht gründen. Daran beteiligt sind neben der BTK auch der Bundesverband praktizierender Tierärzte (bpt), der Bundesverband der beamteten Tierärzte (BbT), die Deutsche Veterinärmedizinische Gesellschaft (DVG) und die Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz (TVT). Diese Verbände arbeiten schon seit 2015 in der AG „Qualzucht" bei Haustieren zusammen.

„Als Qualzucht bezeichnet man bei der Züchtung von Tieren die Duldung oder Förderung von Merkmalen, die mit Schmerzen, Leiden, Schäden oder Verhaltensstörungen für die Tiere verbunden sind. Dies ist nach § 11b Tierschutzgesetz in Deutschland verboten“, erläuterte BTK-Präsident Dr. Uwe Tiedemann.

Mängel in Haltung, Fütterung und Management können ihm zufolge züchtungsbedingte Probleme auslösen oder verstärken. Laktationsleistungen von 12 000 kg oder mehr können nach Angaben von Prof. Holger Martens vom Institut für Veterinär-Physiologie der Freien Universität (FU) Berlin bei Milchkühen Krankheiten wie Gebärparese, Labmagenverlagerung oder Fruchtbarkeits- und Stoffwechselstörungen fördern. Nach seinem Verständnis könne man so mit Tieren nicht umgehen, betonte Martens. Neben den Kühen zählt der Veterinär-Physiologe auch die betroffenen Landwirte zu den Leidtragenden, die unfreiwillig in diese Situation geraten seien.

„Die deutschen Tierärzte sind durch ihre Berufsordnung und durch ihren Ethik-Kodex verpflichtet, zur Sicherung der Gesundheit und des Wohlbefindens der Tiere beizutragen“, ergänzte die Präsidentin der Tierärztekammer Berlin, Dr. Heidemarie Ratsch. Abzulehnen seien insbesondere alle Maßnahmen, durch die die physische oder psychische Anpassungsfähigkeit der Tiere überfordert werde oder die negative Konsequenzen für ihre Gesundheit oder ihr Wohlbefinden hätten.

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Diskussionen zum Artikel

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von Erwin Schmidbauer

Wo führt das hin?

Wenn man das weiter denkt, dann dürfte die Pferdezucht auch massiv betroffen sein. Aber bei dieser Klientel hat man nicht so leichtes Spiel, wie bei den Landwirten!

von Ernst Storm

zum Titelbild

was hat das Supereuter einer Superkuh mit Qualzucht zu tun.bitte um Erklärung von der Redaktion! ernst Storm

von Andreas Thiel

Sägen

Sich den Ast ab, auf dem Sie sitzen

von Christian Bothe

Qualzucht...

Vom Prinzip her eine sinnvolle Sache der Veterinäre vom Ansatz her. Es wäre aber wichtig die Tierzuchtorganisationen mit ins Boot zu nehmen.

von Willy Toft

Ein herausragendes Zuchtziel sollte die Tier- Gesundheit sein!

Da sind wir alle mit dabei. Nur die guten Leistungen haben uns bisher davor bewahrt, nicht noch schlechter da zu stehen. Wo setzen wir den Hebel an, und da komme ich wieder auf das Thema nach auskömmlichen Milchpreisen. Solange wir weiter so, unter diesen Bedingungen produzieren müssen, haben wir es schwer uns auf diese wichtige Aufgabe, der vorbeugenden züchterischen Tiergesundheit, zu konzentrieren!

von Hans Nagl

Wir die Landwirtschaft (Zuchtverbände)

Müssen über Grenzen des Wachstums Diskutieren . Wieviel Milch muss oder darf ein Kuh geben ??? Wieviel Ferkel usw. Wenn wir diese Diskussion nicht führen wird sie von anderen geführt.

von Thomas Egolf

Ah ja!

Jetzt wird man auch schon von dieser Seite an den Pranger gestellt, die die mit dem geringsten Aufwand, am meisten an uns verdienen! "Mängel in Haltung, Fütterung und Management können ihm zufolge züchtungsbedingte Probleme auslösen oder verstärken." Ja was glaubt denn ihr, wen es am meisten nervt, wenn es mal nicht so rund läuft im Stall!

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