Dialog

VfL Wolfsburg zu Gast auf Milchviehbetrieb

Nachdem die Aktion "milchfreier VfL" für Aufsehen gesorgt hatte, luden Landwirte und die Landesvereinigung Milch Niedersachsen den VfL-Geschäftsführer zu einem Klimagespräch ein.

Der Fußball-Bundesligist VfL Wolfsburg hatte im März angekündigt, künftig "Kuh-frei" sein und stattdessen auf eine bekannte Haferdrink-Marke setzen zu wollen. Als Argument nannte der Verein den Klimaschutz. Nach teils heftiger Kritik entschied sich der VfL doch weiter Milch im Stadion anzubieten (top agrar berichtete) und die Aktion "Wow, no cow! - der VfL wird kuhmilchfrei" auf den Monat April zu beschränken.

VfL will Menschen inspirieren

Nun war der Geschäftsführer des VfL Wolfsburg Michael Meeske zu Gast auf dem Hof von Milchbauer Helmut Evers in Wahrenholz (Niedersachsen). Damit folgte er einer gemeinsamen Einladung des Landwirts und der Landesvereinigung der Milchwirtschaft Niedersachsen e.V. (LVN) zum Klima-Gespräch, wie es in der LVN-Pressemitteilung heißt. Im Kern ging es um das Thama wie Klimaschutz und Milcherzeugung zusammen passen und um die Frage, ob wir zukünftig auf tierische Lebensmittel verzichten müssen.

„Als Bundesligist mit gesellschaftlicher Vorbildfunktion möchten wir nicht nur Fußball spielen, sondern Menschen auch inspirieren und für Themen wie Nachhaltigkeit und Klimaschutz sensibilisieren“, sagte Michael Meeske, Geschäftsführer des VfL Wolfsburg. „Im Zusammenhang mit unserer Partnerschaft mit Oatly haben wir daher den 'milchfreien VfL' als Aktionsmonat ins Leben gerufen, mit dem wir unsere Fans über alternative und nachhaltige Ernährungsmethoden aufklären wollten. Mit der Aktion haben wir unser Cateringangebot ergänzt und unseren Mitarbeitern, Partnern und Fans die Möglichkeit geboten, etwas Neues auszuprobieren. Natürlich kann eine solche Aktion auch zu Interessenskonflikten führen, aber solange daraus ein konstruktiver Dialog entsteht, bringt es uns alle voran“, erklärte der Geschäftsführer.

Gute Plattform für Landwirte

Dem pflichtete Evers bei: „Wir können dem VfL ein Stück weit dankbar sein, dass er das Thema nachhaltige und klimaschonende Milchproduktion aufgegriffen hat“, sagte der Landwirt. Denn so bekomme die Milchbranche die Gelegenheit, einer breiten Öffentlichkeit die Aktivitäten hin zu mehr Klimaschutz zu erläutern. „Wir in Deutschland und auch gerade in Niedersachsen sind weitgehend für das Thema sensibilisiert und arbeiten daran, großflächig Klimabilanzen nach einem standardisierten Verfahren zu erstellen“ so Evers, der selbst zum Thema Klimaschutz und Milcherzeugung bereits einige My KuhTube-Videos veröffentlicht hat.

Nährstoffkreisläufe schließen

LVN-Geschäftsführer Frank Feuerriegel ergänzte: „Die Landwirtschaft insgesamt leistet in Bezug auf erneuerbare Energien, Nährstoffkreisläufe und die Verwertung menschlich nicht nutzbarer pflanzlicher Biomasse einen großen Beitrag zum Klimaschutz.“ Die landwirtschaftliche Nutzung und Ernte entziehe dem Boden Nährstoffe. „Milchkühe nutzen überwiegend für uns Menschen nicht verwertbare Pflanzen, nämlich Gras, Grassilage, Heu, Maissilage oder Stroh. Daraus entstehen zum einen wertvolle Lebensmittel, wie Milch und Fleisch - und über die Ausscheidungen auch wichtiger Dünger, der dem Boden wieder zugeführt wird“, so Feuerriegel. Auf der anderen Seite verbleiben bei der Verarbeitung von z.B. Getreide und Zuckerrüben zu Brot und Zucker große Anteile nicht verwertbare Bestandteile, die über die Verfütterung an unsere Milchkühe ebenfalls zur Erzeugung von Milch und Fleisch beitragen. Zwei natürliche Kreisläufe, die ineinandergreifen“, machte der LVN-Geschäftsführer deutlich.

Zu den geladenen Gästen zählten Vertreter der Landesvereinigung der Milchwirtschaft Niedersachsen e.V., der Molkerei Uelzena eG, des Bundesverband Rind und Schwein e.V. sowie des Kreislandvolkverbandes Gifhorn.

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