Pro und Kontra

Vorteil verpflichtende Herkunftskennzeichnung?

Während sich Ludwig Börger, DBV, für eine EU-weit verpflichtende nationale Herkunftskennzeichnung ausspricht, ist Alexander Anton, EDA, dagegen. Im Pro und Kontra erläutern sie ihre Positionen.

Darum geht’s: Einige EU-Staaten schreiben eine nationale Herkunfts­kennzeichnung für eigene Milch(produkte) vor. Darunter leiden die anderen EU-Mitgliedstaaten, da diese Märkte für den Export unattraktiv werden. Würden die deutschen Milchbauern im Umkehrschluss von einer eigenen verpflichtenden nationalen Herkunftskennzeichnung profitieren?

Ludwig Börger kommentiert die Pro-Seite:

Die deutsche Milcherzeugung erfüllt höchste Ansprüche an Produkt- und Prozessqualität. Laufende Debatten zeigen, dass Deutschland Themen wie Tier-, Umwelt- und Klimaschutz schneller angeht als einige europäische Partner. Es ist deshalb im Sinne der deutschen Milchviehhalter, Verbrauchern die Vorteile der heimisch erzeugten Lebensmittel klar zu machen. Eine verpflichtende nationale Herkunfts­kennzeichnung könnte dazu beitragen, widerspricht allerdings dem aktuellen EU-Recht.

Es kann nicht sein, dass die deutsche Milchwirtschaft durch Protektionismus vor verschlossenen Grenzen für ihre Milchprodukte steht. Mit der Einführung der verpflichtenden Herkunftskennzeichnung in Frankreich kam es zu deutlichen Einbußen des deutschen Exports z.B. von abgepackter Trinkmilch in Richtung Frankreich. Und das bei wachsenden Im­porten von Rohmilch, die keinerlei Zugangsbeschränkung zum deutschen Markt haben. Seit 2010 ist der Import von Rohmilch aus den Nachbarstaaten, vor allem aus Ost-Europa, von 1,6 Mrd. auf 2,5 Mrd. kg gestiegen. Die deutschen Exportmengen in die EU blieben dagegen mit 1,4 Mrd. kg relativ konstant.

Kombinierte Halungs- und Herkunftskennzeichnung

Wir vom Deutschen Bauernverband (DBV) fordern eine europaweit verpflichtende nationale Herkunftskennzeichnung. Das heißt, es soll nicht „die EU“, sondern das entsprechende Herkunftsland auf dem jeweiligen Produkt ausgewiesen sein. Das allein greift aber noch zu kurz. Wir begrüßen deshalb, dass die Bundesregierung den Vorschlag des DBV für eine EU-weit verpflichtende und vor allem kombinierte Haltungs- und Herkunftskennzeichnung aufgegriffen hat. Denn eine al­leinige nationale Herkunftskennzeichnung sagt nichts über die Haltungsform der Milchkühe aus.

Die Vergangenheit hat gezeigt, dass Appelle an Konsumenten nicht reichen, um...


Diskussionen zum Artikel

von Eckard Wendt

Herkunftsangabe dient der Vertrauensbildung und Umweltschutz!

Ich kaufe bewußt Produkte aus der Region ein. der Erfolg der Milchstationen zeigt, wie beliebt dieses Einkaufsverhalten ist. Ich schätze insbesondere den sich dabei ergebenden Kontakt zu den Landwirten und ganz besonders, daß wir uns gegenseitig in die Augen sehen können. Und wenn ich ... mehr anzeigen

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