Interview

Wann steigen die Milchpreise? Premium

Weshalb die Ergebnisse der aktuellen Kontraktverhandlungen nachvollziehbar sind und wie sich die Milchpreise 2019 entwickeln, erklärt Andreas Gorn von der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI) im Interview mit top agrar.

Nach den Kontraktverhandlungen zwischen Molkereien und Lebensmittelhandel sind die Trinkmilchpreise um 1 auf 71 ct/l (3,5 % Fett) gestiegen. Geben diese Ergebnisse den aktuellen Milchmarkt korrekt wieder?

Gorn: Es gab durchaus die Hoffnung auf höhere Preise. Die Milchanlieferung war zu Jahresbeginn gedämpft und die Preise für Magermilchpulver waren gestiegen. Allerdings ging die Milchmenge dürrebedingt nicht so stark zurück wie erwartet. Im März lag sie sogar über Vorjahresniveau. Zudem sind seit den letzten Verhandlungen im Herbst die Butter- und Käsepreise gefallen. Der Absatz von Konsummilch lag im ersten Quartal dieses Jahres 3 % unter dem Vorjahr. Deshalb sind die nur minimal ...

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Artikel geschrieben von

Anke Reimink

Redakteurin Rinderhaltung

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Diskussionen zum Artikel

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von Gerd Uken

Butter ist laut Zuivel NL

Diese Woche nochmals um 4 Cent gefallen. Obwohl ja die Milch beim größten Verarbeiter bei uns 12,8% unter Vorjahresmenge liegt. Aber die wird sicher nur woanders zu Käse verarbeitet?!

von Rudolf Rößle

Einzig

ein kompletter Lieferverzicht der gesamten EU für einen Monat und eine Forderung von 50 Cent auf 5 Jahre würde die Preise wieder in das rechte Licht rücken.

von Norbert Post

AMI

Ich frage mich, warum und für wen man die Milchpreise erklären muss... damit wir Verständnis haben, dass leider alles im Markt ausgeschöpft wurde und unsere Molkereien in den Verhandlungen alles gegeben haben? Wer sich entschuldigt klagt sich an, sonst nichts. Ich bin entsetzt über solche Äußerungen, man muss die denken, die AMI ist nicht auf Seiten der Bauern. Es ist nicht zu glauben, was wir alles glauben sollen.

von Gerd Uken

Haben die nicht beim Milchforum den Milchpreis geschätzt

Da liegt er ja dann wohl voll im Trend?! Ändert aber nichts an der Kosten/ Erlösseite u. die ist definitiv zu niedrig mit 35 cent( aktuell ja nur 30 plus spässchen hier u. GVO da). Ich bleibe dabei der Milchüreis wird von Lidl bestimmt basta denn im Export sind im Moment höhere Preise vor allem bei d. Butter zu erzielen- hier wird er künstlich niedrig gehalten. Käse( Folie) lässt sich auch gut vermarkten wenn der über 3€/kg liegt- also was erzählt der Herr vom AMI uns da eigentlich. Selbst die Niederländer können auf Dauer nicht für 33 Cent produzieren - will man die Gunststandorte jetzt auch in die Knie zwingen??

von Gerd Schuette

Eine (etwas ältere) Liste der Gesellschafter der AMI

Gesellschafter - Landwirtschaftsverlag GmbH, Münster-Hiltrup (25,01%) - Deutscher Landwirtschaftsverlag GmbH, Hannover (25,01%) - Deutscher Fachverlag GmbH, Frankfurt (10%) - Landwirtschaftsverlag Hessen GmbH - Hans Holzmann Verlag GmbH - Verband der Landwirtschaftskammern - Deutscher Bauerverband - Bauern- und Winzerverband Rheinland-Pfalz Süd - Zentralverband Gartenbau - Deutscher Raiffeisenverband - Erzeugerorganisationen Obst und Gemüse (BVEO) - Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen (UFOP) - Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft - Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie - Bundesverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen - Deutscher Verband Tiernahrung

von Kirsten Wosnitza

Gute und schlechte Exporte?

Trotz guter Nachfrage befinden sich die Auszahlungspreise auf einem Niveau das für eine wachsende Zahl von Betrieben eine Gefährdung der Existenz bedeutet. Offensichtlich ist die Wertschöpfung aus einem Teil der exporte alles andere als ausreichend.

von Steffen Hinrichs

Jeder schreibt seine Rechnung und das was er haben muß !

Nur wir Bauern haben es nicht gelernt und liefern nur ! Solange dann auch noch unser Milchpräsident vom DBV Herr Schmal noch immer behauptet, das 33 Cent das MAß der Dinge sind und Bauern damit zurecht kommen müssen ,wird sich auch nichts ändern .

von Willy Toft

Es wird alles relativiert, und der jetzige Milchpreis deckt so noch nicht die Kosten!

Wir erleben eine traurige Entwicklung, wenn noch nicht einmal bei einem ausgeglichenen Markt, vernünftige Milchpreise erzielt werden können! Wir bekommen ständig höhere Auflagen, die die Produktion immens verteuern. Der jetzige Milchpreis trägt dem nicht mal im Ansatz Rechnung! Solange auf der Handelsstufe die Meinung vorherrscht, das 30 - 35 Cent/l Milch für die Milchbauern auskömmlich sind, werden wir auch nicht mehr bekommen! Die Betriebszweigauswertungen zeigen es ganz deutlich, dass es nur für wenige Betriebe reicht, die gerade eine günstige Kostenstruktur haben, wo die ganze Familie ihren nicht entlohnten Anteil dazu beisteuert! Eine Absicherung für hohe "Dürrekosten" ist da erst recht nicht mit inbegriffen, alle Risiken bleiben bei uns. Bei der Beibehaltung der ständigen Unterbezahlung der Milch, müssen wir uns am Ende nicht wundern, dass es bald keine bäuerlichen Familienbetriebe mehr gibt. Selbst große Betriebe erwägen eher die Milchwirtschaft aufzugeben, als noch mal richtig zu investieren! Bei den "Aussichten", kann man es keinem Milcherzeuger verdenken, dass er/Sie die Reißleine zieht!

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