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Wettbewerb: Die beste Alltagskuh

Machen Sie mit: top agrar und die Arbeitsgemeinschaft Lebenslinien suchen nicht die schönste oder leistungsstärkste Kuh, sondern die beste Allrounderin für die Milchproduktion.

Kühe, die im Stall kaum auffallen und hohe Leistungen bringen, wünscht sich jeder Milcherzeuger. Einen Preis bekommen diese Kühe nur selten. Deshalb rollen wir jetzt den roten Teppich aus: top agrar und die Arbeitsgemeinschaft Lebenslinien (ALL) suchen die beste Alltagskuh.

Die ALL prämiert die Sieger mit Geldpreisen im Wert von 1.500 €. Die top agrar-Redaktion stellt die Gewinner außerdem im Heft und online vor. Unter allen Einsendern verlosen wir zusätzlich Sachpreise im Gesamtwert von 600 €.

Wir haben zwei Züchter gefragt, was die potentielle Siegerin mitbringen muss

Dirk Schulze zur Heide aus Welver (NRW) melkt 100 Kühe mit einer Leistung von 10.500 kg Milch und einer Lebensleistung von 46.000 kg. Die beste Alltagskuh ist für ihn eine problemlose Kuh, die im Stall quasi unsichtbar ist, weil Tierarzt, Besamungstechniker oder Klauenpfleger kaum nötig sind. Gleichzeitig sollte die Milchleistung etwa 1.000 Liter über dem Herdenschnitt liegen.

„Ich denke dabei an eine Fünftlaktierende in unserer Herde. Sie war immer mit der ersten Besamung tragend, nie euterkrank und erreicht hohe Laktationsleistungen. Das Beste ist: Sie gibt ihre Vorzüge an ihre Nachkommen weiter.“ Eine gute Genetik ist laut Schulze zur Heide für eine wirtschaftlich erfolgreiche Milchproduktion genauso wichtig wie ideale Haltung oder Ration. Bei der Zuchtauswahl achtet er auf Leistung sowie Exterieur und will diese Schwerpunkte auch im Pedigree der Vererber wiederfinden. Sehr wichtig ist für ihn der Zuchtwert Nutzungsdauer (RZN), der nicht unter 120 liegen sollte.

Anna-Lena Schierenbeck vom Betrieb Derboven in Warpe (Niedersachsen) melkt 480 Kühe mit 12.300 kg Milch im Schnitt und einer Abgangsleistung von 42.000 kg. Die für sie beste Alltagskuh in der eigenen Herde ist Lila, die schon als Färse auf der DHV-Schau 2014 überzeugte. Sie bringt eine straffe Oberlinie und viel Körperlänge mit. Im Schnitt beträgt die Zwischenkalbezeit 350 Tage. Zudem produzierte sie in den ersten vier Laktation gesunde Milch mit nur 72.000 Zellen bei 12.668 kg Milch und ist im Umgang unkompliziert.

Zu ihrer Zuchtphilosophie sagt Schierenbeck: „Wir melken gerne schöne Kühe, dass macht einfach Freude!“ Als Selektionskriterien nutzt die Züchterin Merkmale wie Euter, Beinwinkelung, Beckenlage, Strichlänge, Zellzahl unter 95 und allgemein gute Sekundärmerkmale. Außerdem schaut sie sich die Kuhfamilie genau an und achtet auf gute Exterieur-Einstufungen der Bullenmutter. Schierenbeck: „Die Bullenmutter sollte mindestens einmal gekalbt haben und der Bulle aus aktueller Sicht ein Allrounder sein.

Machen Sie mit!

Haben Sie eine Kuh im Stall, die sich durch ein funktionelles Exterieur, hohe Leistungen sowie eine überdurchschnittliche Gesundheit und Fruchtbarkeit auszeichnet? Dann machen Sie mit und schicken Sie uns ein Foto mit Infos zu Ihrer besten Alltagskuh.

Die vorgeschlagenen Kühe müssen folgende Kriterien erfüllen:

  • Milch- oder Zweinutzungsrasse
  • im Herdbuch Zuchtstufe A
  • Mindestens fünf Abkalbungen

Für jede Bewerbung benötigen wir:

  • Seitenfoto der Kuh (sauber, nicht gefittet) in möglichst hoher Auflösung
  • Kuhstammblatt
  • Nachweis Identifikation und Leistung
  • Begründung: Warum ist das vorgeschlagene Tier Deutschlands beste Alltagskuh?

Schicken Sie Ihren Vorschlag bis zum 31.Oktober unter dem Stichwort "Die beste Alltagskuh" per Mail an redaktion@topagrar.com oder per Post an Redaktion top agrar, Postfach 7847, 48042 Münster.

Die Preise

Die Gewinner des Wettbewerbs erhalten eine Siegerprämie von:

  • 1. Preis: 1 000 €
  • 2. Preis: 300 €
  • 3. Preis: 200 €

Zusätzlich verlosen wir unter allen Einsendern:

  • Schermaschine Aesculap Durati (Agrar-Fachversand, im Wert von 300 €)
  • Weidezaungerät DUO 7 400 (Agrar-Fachversand, im Wert von 200 €)
  • Beta Carotin-Boli mit Eingeber (Kerbl, im Wert von 100 €

Eine fünfköpfige Fachjury kürt die Finalisten und Sieger. Die Jury besteht aus: Werner Schwarze (ALL), Dorothee Warder (Bundesverband Rind und Schwein), Dr. Claudia Wesenauer (Stationstierärztin Woldek), Hilmar Zarwel (Herdenmanager Iden) und Julia Hufelschulte (top agrar).

Eine Gemeinschaft für langlebige Milchkühe

Die Arbeitsgemeinschaft Lebenslinien (ALL) zählt über 200 Mitglieder aus Deutschland und mehreren Nachbarländern. 1988 haben 32 Züchter die Arbeitsgemeinschaft gegründet, um den Fokus stärker auf eine nachhaltige Tierzucht und Tierhaltung zu setzen.

Die Ziele von damals gelten bis heute. Die ALL will die Vielfalt erhalten, Inzucht eingrenzen, Interesse an Rinderzucht bewahren, züchterisches Wissen weitergeben, Ratgeber sein, Bullen empfehlen und zum wirtschaftlichen Erfolg der Rinderhalter beitragen.

Entsprechend dieser Ziele streben ALL-Mitglieder für ihre Herden ein langes, produktives Leben an. Körperbau und Sekundärmerkmale sollen zu einer hohen Lebensleistung und zu einer wirtschaftlichen Milchproduktion beitragen. Dass eine bäuerliche Gemeinschaft für die Zucht nötig ist, sieht die ALL zum Beispiel in der stagnierenden Nutzungsdauer bestätigt. „Trotz RZN liegt die Nutzungsdauer der Holstein seit 20 Jahren bei rund 1.100 Tagen, während die Leistungen steigen“, so Astrid Ostkämper (ALL). Zudem gebe es neben Top-Vererbern kaum unbekannte, alternative Kuhfamilien in den Zuchtprogrammen. Der Inzuchtgrad steige. Gleichzeitig hätten viele Rinderhalter das Interesse an der Zucht verloren.


Diskussionen zum Artikel

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von Rudolf Rößle

Kuh

Stressfrei, aufmerksam und einen stolzen Blick braucht die gesunde Kuh. Wer kann das von uns Bauern stets garantieren? Sei es bautechnisch oder die coolness der Betreiber. Hochleistungssportler haben eine nur kurze glanzvolle Zeit. Schaut man bei der "Goldenen Kanne " bei Zott auf verliehene Leistungsmerkmale, kann ich oft nur stauen, wie alt zum Beispiel Kuhherden werden können.

von wilfried Prof Dr. Brade

Eine schöne Nebensächlichkeit; aber nicht die Problemstellung in der aktuellen Milcherzeugung

Zweifellos eine schöne Idee die Frage nach der wirklich interessierenden Wirtschaftskuh für den konventionellen Milcherzeuger noch einmal - unmittelbar nach der Tierschau in Oldenburg - wiederholt zu diskutieren. Ich habe meine Meinung zu den Siegertieren der BRS (= Bundesverband Rind und Schwein) mehrfach kundgetan (siehe auch: Pressemitteilung: Top agrar vom 28.06.2019). kurz: eine Veranstaltung zur Fehlorientierung junger Menschen... Was mir auch hier nun wieder fehlt sind konkreten Forderungen an die Tiergesundheit und damit auch an die Fruchtbarkeit der Kühe einschließlich klassifizierte Nutzungsdauer der (noch) zu prämierenden Tiere. Auch hätte das Bewertungsgremium nicht mit Funktionären aus den Verbänden sondern nur durch praktische Milchbauern besetzt werden sollen! Die (Fehl-)Meinung der Verbands-Funktionäre hat ja Oldenburg glänzend belegt.... Was mir in der Top agrar-Berichterstattung immer mehr auffällt ist, dass die aktuellen Probleme der Milchkuhhalter ungenügend (speziell in Richtung der Verbraucher sowie der Politik und anderer Medien (Funk/Fernsehen)) aufgezeigt werden: zu geringe Milchpreise und ungenügendes Einkommen der bäuerlichen Familienbetriebe; mangelhafte Berücksichtigung der Hitzetoleranz im Zuchtprozeß (!) durch weitere intensive Steigerung speziell der Milchmengenleistung (= (Eigen-)Wärmeproduktion der Kuh ist klar leistungsabhängig), Trend zur viehlosen Landwirtschaft, Schwächung des ländlichen Raumes. Das Beschäftigen mit Bildern von Kühen , beurteilt von Funktionären, ist für mich eine Nebensächlichkeit. Wir brauchen endlich die höhere Wertschätzung des hart arbeitenden Nutztierhalters in der Gesellschaft mit seinen Bildern! Prof Wilfried Brade

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