„Wir brauchen eine zeitlich begrenzte Notfallmaßnahme!“ Premium

NRW-Landwirtschaftsministerin Christina Schulze Föcking hält in Krisenzeiten eine EU-weite, temporäre, obligatorische und entschädigungslose Reduzierung der Milchmenge für notwendig. 10 von 16 Bundesländern hatten sich bei der Agrarministerkonferenz dafür ausgesprochen. top agrar sprach mit der Ministerin.

NRW-Landwirtschaftsministerin Christina Schulze Föcking hält in Krisenzeiten eine EU-weite, temporäre, obligatorische und entschädigungslose Reduzierung der Milchmenge für notwendig. 10 von 16 Bundesländern hatten sich bei der Agrarministerkonferenz dafür ausgesprochen. Daran gab es Kritik. Der Westfälisch-Lippische Bauernverband fühlt sich regelrecht „überrumpelt“. Im Interview mit top agrar online erläutert Schulze Föcking ihre Position und fordert von der Milchbranche mehr Tempo bei der Modernisierung der Lieferbeziehungen. Frau Ministerin, bei der Agrarministerkonferenz in Münster wurde erneut über die Milchmengensteuerung diskutiert. So warb der BDM für sein Milchmengensteuerungsinstrument, das das Rohmilchaufkommen besser steuern soll. Was halten Sie davon? Schulze Föcking: Der Wunsch kam aus der Landwirtschaft, die Milchquote abzuschaffen und sich dem freien Wettbewerb zu stellen. Das Mengensteuerungsmodell würde bedeuten, dass in einer Art Dauerregelung über mehrere Stufen wieder in den Milchmarkt eingegriffen würde. Der Milchmarkt ist ein globaler Markt. Vor diesem Hintergrund ist die Wirksamkeit nationaler bzw. europäischer ...

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Dr. Ludger Schulze Pals

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Diskussionen zum Artikel

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von Karl-Heinz Mohrmann

Wahnsinn das Top Agrar so einen Artikel bringen darf. Ins Heft kommt er 100% nicht. Da geh ich jede wette ein

von Gerd Schuette

In Sachen Milchpolitik gilt:

Der DBV, einige seiner Landesverbände, DRV, Genoverband, MIV ua haben kein Problem - sie sind das Problem!

von Gerd Uken

Es wird aber auch viel über das Friesland Campina Modell

Diskutiert mittlerweile formiert sich ja auch Widerstand . 90 Bauern haben sich getroffen und sind strikt gegen das neue A B Model. Außerdem kam raus das R F/C erst innerhalb der Molkerei saldieren will und wer dann noch zu viel geliefert hat zahlt 19 Cent. Ist diese Variante denn für uns Bauern denn besser als das Marktkrisenmodell??!!

von Eike Bruns

Nachsatz:

Nicht Sie sondern wir Milcherzeuger leben vom auskömmlichen Milchpreis deshalb sollten Sie nicht alles torpedieren was zu eben diesem führt. Was jetzt, GEGEN DEN WILLEN DES DBV UND TOP AGRAR, bei der AMK beschlossen wurde ist ein erster Schritt in die richtige Richtung. Dieser Weg ist weit , dieser Weg ist steinig und vor allem habe ich nach diesem Bericht / Interview die sehr begründete Angst das der DBV alles (auch über seine Medien wie TA) unternehmen wird um unser Einkommen langfristig unten zu halten...............nur warum, sind wir keine Unternehmer die Gewinne machen dürfen?

von Eike Bruns

Liebe TA Redaktion das ist der Gipfel!!!

Einleitung Satz 1: Temporäre etc. DAS ist das BDM Model! Frage 1. Dort wird dem BDM unterstellt eine Milchmengensteuerung zu fordern die so ungefähr wie die alte Quote ist. Das ist nach unten nicht mehr zu unterbieten. Sie haben die Fragen so gestellt das nur eine sehr schräge Antwort herauskommen kann. Wenn Ihre Art Dinge zu verzerren, bis sie das Gegenteil einer beweisbaren Behauptung annehmen, auch auf anderen Gebieten wie z.B. Düngeverordnung etc. erfolgt dann wird es als Landwirt Zeit Ihr Blatt abzubestellen. Ich hoffe Sie können mir erklären warum TA gezielte Falschaussagen herbeiführt - um IHRER Glaubwürdigkeit willen.

von Gerd Schuette

Da hat jemand seine Hausaufgaben gemacht! Chapeau!

Frau Ministerin Schulze Föcking hat die Problematik erkannt. Sie hat die Notwendigkeit zeitlich begrenzender Eingriffe in die erzeugte Milchmenge VOR den Toren der Molkerei erkannt und auch kritisiert dass die Neugestaltung der Lieferbeziehungen zwischen Landwirt und Molkerei sich nur schleppend entwickelt. Im übrigen haben dies 13 von 16 Länderagrarminister parteiübergreifend erkannt. Der WLV fühlt sich überrumpelt... Und wieder stellt sich die Frage: Für wen arbeitet der DBV und viele seiner Landesverbände eigentlich? Wessen Interessen vertreten sie?

von Gerd Uken

Genau genommen

Sagt sie ja das die Intervention den Markt stört- auch richtig erkannt Aber wer hat denn die EU bekniet die Mengenbegrenzung von 105000 to zu öffnen?

von Gerd Uken

@ Renke das war der

Bamberger Beschluss von 2008, der zum Ausstieg der Quote führte man hatte damals 7 Jahre Zeit für ein Softlanding....... Brauchen wir ja nicht weiter erörtern nur das man aus der Ecke keinen vernünftigen Vorschlag hört der umsetzbar wäre. Die Frau Schulze Fröcking hat es anscheinend aber verstanden. Die Zuckerrüvenanbauer haben ja eine satte Steigerung von 16% hingelegt und erzielten die Niedrigsten Erlöse aller Zeiten- dem freien Markt sei Dank!

von Renke Renken

Was für ein bla bla,

"Der Wunsch kam aus der Landwirtschaft, die Quote abzuschaffen" - wer ist dazu denn befragt worden? Wenn alle Milchbauern befragt worden wären, bin ich überzeugt, dann gäbe es heute noch die Quote - entschieden haben das irgendwelche Verbände und Obrigkeiten, nicht die Milchbauern. Aber die Zuckerrübenbauern erleben ja gerade das gleiche Desaster, und da hat man bestimmt auch nicht den Einzelnen befragt.

von Gerd Uken

Es hies doch man wolle bis zum

Herbst den rechtlichen Rahmen prüfen. Der Paragraph 148 wurde ja schon vor der Quotenabschaffung auf EU Ebene geändert - die einzelnen EU Länder hatten ja schon länger die Möglichkeit der Anpassung!

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