Fleckvieh

Zuchtwertschätzung: Sisyphus behauptet den ersten Platz

Bei der Zuchtwertschätzung im August konnte der Bulle Sisyphus den ersten Platz der Bunten Liste verteidigen. Bernhard Luntz von der LfL fasst die Ergebnisse zusammen.

Wie immer bringt die neue Zuchtwertschätzung wieder viel Leben in die Toplisten der Fleckviehzucht. Der Höhenflug von Sisyphus setzt sich weiter fort. Seine Töchter sind bereits in der zweiten Laktation und können die guten, vorgeschätzten Fitnesswerte mit vielen Daten bestätigen. Seine Eignung auf Kalbinnen ist bereits durch tausende von Meldungen belegt und bringt ihm weitere Pluspunkte.

Langsam zieht auch Etoscha auf Platz 2 an den Konkurrenten vorbei. Er ist ein Allrounder und seine Töchter überzeugen mit guter Fruchtbarkeit. Einer der großen Gewinner der Schätzung ist der Hornlosvererber Irregut P*S. Überragende Inhaltsstoffe bringen nicht nur einen Zuwachs im Milchwert, sondern sollten sich auch auf die Milchgeldabrechnung positiv auswirken. Dass extreme Milchleistungen hohe Anforderungen an Stoffwechsel und Konstitution stellen, weiß man nicht erst seit es die Nachzucht von Herzschlag gibt. In der Milchmenge nach wie vor nahezu unangefochten, verliert er in den Merkmalen Nutzungsdauer und weibliche Fruchtbarkeit.

Imperativ, der im April noch der beste Neueinsteiger war, muss im Milchwert und Fitness diesmal Federn lassen. Die ohnehin schon guten Inhaltsstoffe sind zwar gestiegen, was aber den Rückgang in der Milchmenge nicht ausgleichen konnte. 177 neue Töchter in der Exterieurbewertung korrigieren seinen Zuchtwert Fundament auf jetzt 116 (-7).

Unter den Neueinsteigern tritt Maximal in Erscheinung. Er ist ein Enkel von Manton und bestätigt das gute Exterieur seiner Vorfahren. Im Fitnessbereich zeigt er ein tadelloses Prüfergebnis. Viel Diskussion gab es um Possmann. Als genomischer Jungvererber war er sehr stark nachgefragt und hat allein in Bayern circa 6.000 Kalbungen zu verzeichnen. Der ehemalige Listenführer von 2017 muss sich jetzt mit Platz 56 in der Topliste zufrieden geben. Sein genomisches Ergebnis konnte er nicht bestätigen.

Alles in allem ist die Fleckviehzucht auch nach der August-Schätzung gut aufgestellt. Viele ältere, aber auch neuere Bullen, zeigen einen guten Exterieurbericht und können in puncto Gesundheit und Nachhaltigkeit überzeugen.

Letztlich zählt das Gesamtergebnis und nicht unbedingt einzelne Spitzenwerte" - Bernhard Luntz

Die hohe Abschreibung von über einem Punkt im Gesamtzuchtwert und Milchwert zeigt aber auch auf, dass das Zuchtprogramm in den Leistungsmerkmalen erfolgreich ist.

Genomische Jungvererber gut mischen

Bei den genomischen Jungvererbern ist Zeit sehr kurzlebig, was wiederum positiv für die Risikostreuung zu werten ist. Unter den Top 20 sind 15 neue Namen vertreten. Erwartet stark zeigen sich jetzt die Enkel von Herzschlag. Wenn die genomische Vorschätzung passt, sollten sie ihren Großvater in der Fitness deutlich übertreffen.

Sido (V. System) und Doc (V. Dream) sind willkommene Linienalternativen. Als nachhaltig sollten sich auch die Enkel von Etoscha erweisen, die sich vor allem mit Funktionalität in Szene setzen können. Erasmus verspricht herausragende Euter mit einem Zuchtwert von 139. Zeiger führt nach wie vor die Liste an, gefolgt von Razfaz, der über seinen Vater Rolls tschechische Wurzeln aufweist.

Die vollständige Bunte Liste für Fleckvieh finden Sie hier:


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