Auch die Jungsauen gegen Mykoplasmen impfen Premium

One oder Two Shot? Wann sollte man impfen, und warum darf man dabei die Jungsauen nicht vergessen? Unser Autor beantwortet die wichtigsten Fragen zur Mykoplasmenimpfung.

Unser Autor

Dr. Hendrik Nienhoff, Schweinegesundheitsdienst der LWK Niedersachsen.

Dr. Hendrik Nienhoff, Schweinegesundheitsdienst der LWK Niedersachsen.

Dr. Hendrik Nienhoff, Schweinegesundheitsdienst der LWK Niedersachsen.

Trockener, krächzender Husten: Das ist das typische Krankheitsbild der Ferkelgrippe, der Enzootischen Pneumonie (EP). Verursacht wird sie durch den Erreger Mycoplasma hyopneumoniae, der weltweit verbreitet ist. Man findet ihn inzwischen in nahezu 90% aller Schweinebestände.

Es gibt die akute und die chronische Form der Enzootischen Pneumonie. Die akute Variante tritt vor allem in Herden auf, die vorher noch nie Kontakt mit dem Erreger hatten. Klinisch können die Tiere völlig unauffällig sein. Typisch ist nur der trockene Husten zwei bis vier Wochen nach der Infektion.

Da sich die kleinen Ferkel bereits innerhalb der ersten Lebenstage an der Sau infizieren, sind von der akuten Form vor allem Saug- und Absetzferkel in frisch infizierten Herden betroffen.

Meist chronische Form

Weitaus häufiger beobachtet man dagegen die chronische Form: Lang anhaltender Husten, der durch andere bakterielle oder virale Sekundärerreger wie PRRS- und Influenzaviren, APP, Haemophilus parasuis, Pasteurellen, Streptokokken oder Bordetellen meistens noch verkompliziert wird.

Die Mykoplasmen sind unterschwellig ständig im Bestand vorhanden. Da die Ferkel über die in der Biestmilch enthaltenen Antikörper nur für kurze Zeit geschützt sind, infizieren sie sich je nach Erregerdruck früher oder später. Und sobald die Tiere durch Umstallen oder Transport gestresst werden, kommt die Erkrankung zum Ausbruch.

Akut erkrankte Tiere werden nach einem entsprechenden Resistenztest antibiotisch behandelt. Die meisten Ferkelerzeuger sind inzwischen dazu übergegangen, die Ferkel vorbeugend gegen den Erreger zu impfen. Dadurch ist die Mykoplasmeninfektion als eigenständige Erkrankung, aber auch als Wegbereiter für andere bakterielle und virale Erkrankungen der Lunge, etwas in den Hintergrund getreten.

Rund um die Impfung gibt es allerdings noch etliche heiß diskutierte Fragen: Bietet die arbeitssparende Einmalimpfung (One Shot) ausreichenden Schutz für die Ferkel? Oder sollte man sicherheitshalber doch zweimal (Two Shot) impfen? Wann ist der optimale Impfzeitpunkt? Wie wichtig ist es, auch die Jungsauen zu vakzinieren? Und wie können Mäster überprüfen, ob die Mykoplasmenimpfung ordnungsgemäß durchgeführt wurde?

Was kann die Mykoplasmenimpfung? Sie bewirkt eine deutliche Verminderung der Krankheitssymptome. Die Spitzenlappen der Lungen werden nach erfolgreicher Impfung weniger stark geschädigt. Und das wirkt sich positiv auf die Leistung der Tiere aus. Zunahmen und Futterverwertung steigen.

Impfungen können...

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