Reportage

„Bei uns hat jedes Schwein freie Platzwahl“

Achim Sander mästet seit 27 Jahren Schweine auf Stroh. Dank Regionalvermarktung über das Markenfleischprogramm „BauernLiebe“ bekommt er einen festen Mindestpreis. Hinzu kommen weitere Boni.

Achim Sander aus dem westfälischen Bad Sassendorf im Landkreis Soest ist ein alter Hase, wenn es um die Schweinemast auf Tiefstreu geht. Bereits seit 27 Jahren setzt der Schweinemäster und Ackerbauer auf dieses Haltungsverfahren. Im Jahr 1994 baute er seinen ersten Tiefstreumaststall, der aktuell 440 Schweinen Platz bietet. 2004 folgte der nächste Stall mit derzeit 500 Plätzen, wiederum ein reiner Tiefstreustall.

Beide Gebäude bestehen aus einer Stahlhalle mit innenseitig gedämmten Wänden und Dach sowie planbefestigtem Betonboden. An jeweils einer Längsseite sind große Schiebetore eingebaut, die der Landwirt bei Extremwetterlagen öffnet oder schließt. Zusätzliche Luft strömt an der gegenüberliegenden Seite über große Öffnungen in die Gebäude. Die Luftmenge wird mithilfe verstellbarer Doppeltstegplatten geregelt. Wenn es im Sommer sehr heiß wird, vernebelt Achim Sander über Zerstäuber feinste Wasserteilchen im Stall. So kühlt er die Luft zusätzlich ab.

Im älteren Stall sind sieben Großbuchten für je 63 Schweine eingebaut, im neuen Stall stehen in sieben Buchten je 72 Tiere. Der ca. 1,40 m breite Fress- und Tränkebereich mit Breifutterautomaten liegt rund 40 cm über dem Niveau der Betonplatte und ist von den Tieren über zwei Stufen zu erreichen (siehe Übersicht 3).

flexibles Stallsystem

Achim Sander würde das Haltungsverfahren jederzeit wieder so bauen. „Ich habe mich damals für Tiefstreu entschieden, weil ich einen Metzger an der Hand hatte, der die Tiere kaufen wollte. Zudem können sich die Schweine ihre Buchten bei dieser Haltung selbst strukturieren. Sie können sich dort hinlegen, wo es für sie am angenehmsten ist. Auch bei der Wahl ihrer Kotecken sind die Tiere frei. Jede Gruppe legt sie woanders an“, so Sander.

Für das System spricht aus seiner Sicht auch, dass er die Gebäude jederzeit umnutzen kann. Will Sander z.B. Maschinen in der Halle unterstellen, muss er nur die Tröge und Tränken ausbauen sowie den Beton im Fressbereich wegreißen. „Ich bin und bleibe total...