Bioschweine: Jetzt Lieferverträge abschließen Plus

Wer Bioschweine produziert, sollte mit seinem Abnehmer feste Lieferverträge abschließen. Worauf es ankommt, erklärt Christian Wucherpfennig, LWK Nordrhein-Westfalen.

Schriftliche Verträge zwischen Landwirten und ihren Abnehmern sind beim Verkauf von konventionell produzierten Ferkeln oder Mastschweinen eher selten. Die meisten Sauenhalter und Mäster verein-baren die Lieferkonditionen nach wie vor mündlich oder per Handschlag. Eine Ausnahme sind zum Beispiel die „Best Schwein-Verträge“, die die Westfleisch ihren Lieferanten anbietet.

Neben dem Basispreis verständigen sich die Vertragspartner mündlich über die Zuschläge, die Vorkosten und die Abrechnungsmaske. Auch die Liefermenge ist meist Bestandteil der Vereinbarung. Die mündliche Absprache funktioniert, weil der Markt für konventi-onell produzierte Ferkel und Schweine in der Regel relativ ausgeglichen ist.

Bioschweine sind gefragt.

Ganz anders ist die Situation im Biosegment. Die Zahl der Lieferverträge ist in den vergangenen Jahren sprunghaft angestiegen. Das liegt daran, dass Biofleisch weiterhin knapp ist. Einige Unternehmen konnten sich in der Vergangenheit nicht einmal mehr am Teilstückmarkt bedienen, sie mussten komplette Bio-schweine abnehmen. Mithilfe von festen Verträgen versuchen jetzt immer mehr Abnehmer, sich Ware in ausreichendem Umfang zu sichern.

Darüber hinaus erkennen die Händler und Fleischverarbeiter inzwischen, dass die Umstellung auf ökologische Schweinehaltung mit erheblichen finanziellen Risiken für die Landwirte verbunden ist und die Tierhalter entsprechend langfristige Abnahmeperspektiven brauchen. Auch für die Landwirte bietet die langfristige Bindung Vorteile. Feste Verträge bringen z.B. Pluspunkte bei Gesprächen mit Banken.

Auffällig ist, dass die Lieferverträge im Biobereich sehr individuell gestaltet werden und der einzelne Landwirt die Vor- und Nachteile nur sehr schwer durchschauen kann. Im folgenden Beitrag geben wir einen Überblick darüber, worauf Bioschweinehalter vor der Vertragsunterzeichnung achten sollten.

Lieferumfang festlegen:

Für die langfristige Planung ist es sinnvoll, vertraglich genau festzulegen, wie viele Ferkel oder Schweine der Landwirt pro Jahr liefern muss. Dadurch können beide Seiten besser kalkulieren.

Einige Abnehmer wünschen sich, dass der Landwirt alle produzierten Schweine an ihn liefern muss. Hier ist aber Vorsicht geboten, denn durch die 100%ige Andienungspflicht beschränkt der Landwirt seine unternehmerische Freiheit. Es macht durchaus Sinn, wenn er einen Teil seiner Tiere auch anderweitig verkaufen kann. Allerdings sollte der Schweinehalter in diesem Fall immer darauf achten, dass er seine Tiere...


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