Camper für Schweine Premium

Hühnermobile sind nichts Ungewöhnliches mehr – mobile Schweineställe hingegen schon. Peer Sachteleben hat sie entwickelt. Ein hoher Arbeitskomfort war ihm besonders wichtig.

Von Weitem sehen die mobilen Schweineställe auf Peer Sachtelebens Acker aus wie Hühnermobile. Doch der 25-jährige Landwirt aus Osnabrück hält darin nicht Hühner, sondern Schweine mobil im Freiland. Damit betritt er in Deutschland Neuland und gewann im April 2019 den mit 10000 € dotierten Innovationspreis der Initiative Tierwohl (ITW). Peer Sachteleben war schon immer ein Fan der Freilandhaltung. „Die Schweine können ihren Wühl- und Suhltrieb bei dieser Haltungsform einfach am besten ausleben“, betont der Landwirt.

Eine neue Idee musste her

Bereits während seiner landwirtschaftlichen Lehre stellte Peer Sachteleben jedoch immer wieder fest, dass die klassische Freilandhaltung in Wellblechhütten auf den Betrieben zu arbeitsintensiv ist und die Tiere zu lange auf einer Fläche stehen. Auch der Arbeitskomfort war ihm zu gering, denn man kann nicht aufrecht in den Outdoorhütten stehen. Der junge Landwirt überlegte daher genau, wie er sich die Arbeit im Freiland erleichtern kann.

Nach dem dualen Bachelorstudium in Ökologischer Landwirtschaft an der Uni Witzenhausen arbeitete er zunächst auf unterschiedlichen Betrieben in Neuseeland bzw. Kanada und brachte von dort viele neue Anregungen mit. Zurück in Deutschland tüftelte er dann zusammen mit Vater Konstantin Obolenski an seinem neuen Haltungskonzept.

Heute bewirtschaftet der Landwirt gemeinsam mit seiner Freundin Anna (26) einen Bioland-zertifizierten Betrieb mit 31 ha Ackerland. Bevor er aber richtig loslegen konnte, musste er zunächst einige Hürden aus dem Weg räumen. So gestaltete sich bereits die Genehmigung der Freilandschweinehaltung schwierig. Wegen der Gefahr, die von der Afrikanischen Schweinepest (ASP) ausgeht, muss er Zusatzauflagen vom Veterinäramt erfüllen. „Das örtliche Veterinäramt verbietet die Freilandhaltung von Schweinen im Stadtgebiet Osnabrück“, erklärt Peer Sachteleben. Zu groß sei die Gefahr, dass sich die Tiere mit der ASP infizieren könnten.

Der 25-Jährige musste daher kreativ werden. „Ich habe vorgeschlagen, einen vollwertigen Stall mit Auslaufmöglichkeit zu bauen, den ich jederzeit umsetzen kann“, beschreibt Sachteleben. Mit seiner Idee, die Vorteile der Stall- und Freilandhaltung miteinander zu kombinieren, konnte er das Veterinäramt schließlich doch überzeugen. Die zweite Hürde, die er nehmen musste, war das Bauamt. Für seine mobilen Ställe benötigte der Landwirt eine Baugenehmigung und ein Immissionsschutz-Gutachten (BImSch-Gutachten). Für seine 31 ha wurden ihm schließlich 25 Mobilställe genehmigt.

Viel Tüftelei

Als der Weg schließlich frei war, legte Peer Sachteleben mit dem Bau der Mobilställe los. Beim Bau der Mobile mussten...

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Artikel geschrieben von

Caroline Jücker

Volontärin Schweinehaltung

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