Die Ammoniakverluste müssen runter! Plus

Sinkende Ammoniakemissionen machen die Gülle wertvoller, weil mehr Stickstoff darin gebunden wird. Das entlastet das Düngekonto des Betriebes und die Umwelt. Die Minderung funktioniert, wenn im Stall, im Lager und bei der Fütterung die Weichen richtig gestellt werden.

Deutschland hat sich vor ca. zwei Jahren durch die Verabschiedung der 43. Verordnung zur Durchführung des Bundesimmissionsschutzgesetzes (BImSchV) dazu verpflichtet, seinen Ammoniakausstoß (NH3) nachhaltig zu senken. Hintergrund sind die Vorgaben der europäischen NEC-Richtlinie (Richtlinie über nationale Emissionshöchstmengen für bestimmte Luftschadstoffe). Bis zum Jahr 2030 müssen die NH3-Emissionen im Vergleich mit dem Referenzjahr 2005 um 29% sinken!

Passiert ist bislang nicht viel, wie Übersicht 1 zeigt. Während die Staub-, Schwefeldioxid- oder Kohlenmonoxidemissionen in den letzten Jahren deutlich gesunken sind, blieb der Ammoniakausstoß in Deutschland seit den 1990er-Jahren nahezu konstant. Bedenkt man, dass die Landwirtschaft für ca. 95% der gesamten Ammoniakemissionen verantwortlich ist, wird deutlich, wie groß der Druck auf die Branche mittlerweile ist.

Minderungspotenzial Im Stall

Einen großen Beitrag zur Reduktion muss die Nutztierhaltung leisten, da ihr Ammoniakausstoß erheblich ist. Laut Umweltbundesamt stammen etwa 74% der Emissionen aus der Tierhaltung und rund 20% aus dem Pflanzenbau. Rechnet man den Ausstoß von Milchkühen und anderen Rindern, Schweinen sowie Geflügel zusammen, summiert sich der NH3-Ausstoß auf ca. 500 Kilotonnen pro Jahr. Davon wiederum entfallen etwa 80 Kilotonnen auf die Schweinehaltung. 73% entstehen in der Mastschweinehaltung, 21% im Sauenbereich und 5% in der Ferkelaufzucht.

Damit die Werte nachhaltig sinken, gilt es, die richtigen Stellschrauben zu finden. In der Veredlung muss der Fokus ganz klar auf den Stall und das Güllelager gelegt werden. Denn knapp 66% der NH3-Emissionen entstehen im Stall und gut 12% bei der Lagerung, wie das Beispiel Mastschweinehaltung in Übersicht 2 verdeutlicht.

Temperatur und Feuchtigkeit

Wichtig für die Senkung der Emissionen sind die Klimabedingungen im Stall. Vor allem die Temperatur hat großen Einfluss darauf, wie viel Ammoniak freigesetzt wird. Bei steigenden Temperaturen nehmen die NH3-Emissionen generell zu. Freibelüftete Ställe ohne Auslauf, in denen die Temperaturen zumindest in Teilbereichen des Gebäudes in der Regel niedriger sind und wo geringere Luftvolumenströme herrschen als in geschlossenen Ställen, scheinen hier im Vorteil zu sein.

Das KTBL (Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft) schätzt das Minderungspotenzial auf rund 15 bis 30% ein und beruft sich dabei auf Schätzwerte aus...

Das könnte Sie auch interessieren


Diskussionen zum Artikel

Kommentar schreiben

Diskutieren Sie mit

Tragen Sie mit Ihrem Beitrag zur Meinungsbildung zu diesem Artikel bei.

Sie müssen sich anmelden um Kommentare zu bewerten

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen

Kommentar melden

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen

Auf Kommentar antworten

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen