Die Influenza hat das ganze Jahr Saison Plus

Influenzaviren sind extrem anpassungsfähig. Eine europaweit durchgeführte Studie zeigt, welche Virustypen derzeit dominieren, und warum es so schwer ist, einen wirksamen Impfstoff zu entwickeln.

Influenzainfektionen haben in den letzten Jahren stark an Bedeutung gewonnen. Vor allem in der Sauenhaltung und in der Ferkelaufzucht kann die Erkrankung große wirtschaftliche Schäden verursachen. Hinzu kommt, dass der Erreger das Immunsystem nachhaltig schädigt und dadurch den Weg für andere bakterielle und virale Begleitkeime ebnet, die viele Betriebe bereits gut im Griff hatten.

Darüber hinaus geht von Influenzaviren eine Zoonosegefahr aus. Das heißt, dass Schweine Menschen und umgekehrt Landwirte ihre Schweine mit dem Erreger infizieren können. Das kann sich sogar zu einer länderübergreifenden Pandemie ausweiten.

In der Praxis beobachtet man unterschiedliche Verlaufsformen: Der klassische, akute Verlauf ist meist kurz aber heftig. Bei einigen Schweinen tritt plötzlich hohes Fieber auf. Die Tiere wirken abgeschlagen, fressen nicht und leiden häufig unter Nasenausfluss. Das Ganze kann mit oder ohne Husten und Atembeschwerden einhergehen.

Verminderte Fruchtbarkeit

Eine gleichzeitige Infektion mit anderen Atemwegserregern kann das Krankheitsbild erschweren und eine intensive antibiotische Behandlung erforderlich machen. Es kommt zu Lungenentzündungen oder plötzlichen Todesfällen. Immer häufiger verlaufen Influenza-infektionen aber auch schleichend und unauffällig. Äußerlich sieht man den Tieren meist kaum etwas an. Die Tierhalter bemerken, dass sich die Fruchtbarkeitsleistung ihrer Sauen allmählich verschlechtert oder die Aufzuchtferkel unter Atemwegsproblemen leiden und in ihrer Entwicklung zurückbleiben.

Neue Daten aus Dänemark und den USA zeigen, dass ein einmal in den Bestand eingeschlepptes Virus über viele Monate im Bestand zirkulieren kann, wenn der Bestand groß genug ist, also genügend viele Ferkel produziert. In diesem Fall bildet sich eine nicht mehr abreißende Infektionskette zwischen Sauen und Ferkeln verschiedener Altersstufen.

Offenbar können auch sehr junge Saugferkel bereits infiziert werden. Sie erkranken jedoch nicht, wenn durch die Biestmilch eine mütterliche Immunität vermittelt wurde. Spätestens nach acht bis zwölf Wochen, wenn die maternale Immunität nachlässt, sind die Ferkel wieder voll empfänglich für den Erreger. Die verminderte Leistungsfähigkeit wirkt sich mitunter bis in die Mast aus.

Schweine als Mischgefäße

Influenzaviren sind extrem anpassungsfähig. Das Virus dringt in die Wirtszellen ein und vermehrt sich dort. Bei der Vervielfältigung seiner genetischen Information macht das Virus jedoch gewollt viele Fehler. Die Folge: Aus einem in die Wirtszelle eingedrungenen Elternvirus können 1000 Nachkommen entstehen, von denen keines mit dem elterlichen Erreger identisch ist. Das ist vorteilhaft für das Virus, denn es kann sich auf diese Weise sehr flexibel an neue...


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