Reportage

„Die Vollkosten liegen bei 2,30 € pro kg Schlachtgewicht“

Lukas Weßling hat einen kombinierten Tiefstreu-Vollspaltenstall mit Auslauf gebaut. Die hohen Produktionskosten bereiten dem Landwirt Kopfschmerzen. Er fordert verlässliche Preiszusagen.

Schweine fühlen sich immer dann wohl, wenn sie sich je nach Wetterlage in verschiedene Buchtenbereiche bzw. Klimazonen zurückziehen können. Meinen neuen Außenklimamaststall habe ich deshalb in zwei Bereiche unterteilt. Neben einer innen liegenden Fress- und Liegezone mit Tiefstreu gibt es einen Außenbereich mit Betonspaltenboden“, erklärt Lukas Weßling aus Enger bei Herford sein Stallkonzept.

Den neuen Stall mit 736 Plätzen hat der westfälische Landwirt erstmals im März 2021 belegt. Und schon beim ersten Mastdurchgang zeigte sich, dass die Schweine die Stallstruktur sehr gut annehmen. „Wenn es nachmittags auf der Westseite des Stalles sehr warm im Auslauf wird, ziehen sich die Schweine in den kühleren Innenbereich zurück. Wird es ihnen im Innern zu heiß, liegen sie auf dem kühleren Spaltenbereich im Auslauf“, beschreibt Weßling seine Beobachtungen.

Stroh und Spalten kombiniert

Der Maststall entspricht der Haltungsform 4. Die Klassifizierung wurde vom deutschen Lebensmitteleinzelhandel ins Leben gerufen. Die Tiere haben im Vergleich zum gesetzlichen Standard 100% mehr Platz (1,5 m²) und Außenauslauf, sie erhalten Langstroh als Einstreu- bzw. Beschäftigungsmaterial, das Futter ist GVO-frei und stammt zum Teil aus dem eigenen Betrieb.

Die Mastbuchten sind klar strukturiert: In der Mitte, der mit Sandwichpaneelen gedämmten Holzbinderhalle, stehen die Breifutterautomaten auf einer 60 cm hohen, voll unterkellerten und mit Spaltenboden ausgelegten Empore (siehe Übersicht 1). Vier Stufen von je 15 cm Höhe führen in den eingestreuten Liegebereich hinunter. Jede Bucht ist im Innenbereich 5 m breit und 9,40 m lang. Darin stehen 46 Mastschweine.

Den knapp 5 x 5 m großen, mit einem Schleppdach überdachten sowie voll unterkellerten Auslauf betreten die Schweine über Türen, die in den Schiebetoren an der Längsseite sitzen. In den 60 cm tiefen Güllekanälen sorgen Unterflurspaltenschieber dafür, dass auch Strohreste sicher entfernt werden.

Die Schiebetore an den Außenwänden sind nötig, weil Weßling den Strohbereich zum Ausmisten mit dem Trecker oder Teleskoplader nur erreicht, wenn er über den Spaltenboden fährt. Dafür hat er sich extra stabile Betonspaltenböden gießen lassen. Die Spalten haben eine...