EEG-Ende: Selbstverbrauch bleibt interessant Plus

Schweinehalter können mit Solarstrom ihre Stromkosten senken. Wenn die EEG-Vergütung wegfällt, wird der Eigenverbrauch für viele Betriebe noch interessanter.

In vielen Veredlungsbetrieben laufen die Kosten den Erlösen davon. Während der Preis für das 28 kg-Ferkel seit 20 Jahren zwischen 40 und 60 € schwankt und auch der Schlachtschweinepreis einen Schnitt von 1,50 €/kg hält, hat sich der Strompreis im gleichen Zeitraum von 15 auf über 30 ct pro Kilowattstunde (ct/kWh) mehr als verdoppelt. „Auch andere Energiekosten wie Heizöl, Erdgas, Diesel und sogar Hackschnitzel sind zum Teil deutlich teurer geworden“, erklärt Josef Neiber vom Institut für Landtechnik und Tierhaltung aus Freising.

Gut für Post-EEG-Anlagen

Der Aufwärtstrend bei den Strompreisen hält nach Expertenmeinung auch 2020 an. Dazu kommt, dass in vielen Betrieben der Strombedarf wegen der zunehmenden Mechanisierung und Automatisierung oder wegen neuer Verfahren wie der Abluftreinigung steigt. Darum werden Lösungen attraktiver, die helfen, Energie einzusparen oder den Strom selbst zu erzeugen. Das ist nicht nur interessant für Betriebe, die eine neue Anlage errichten wollen, sondern auch für diejenigen, die eine ältere Anlage haben: Bei diesen läuft nach 20 Jahren die Vergütung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) aus.

Für den Selbstverbrauch ist entscheidend, für wie viel ct/kWh sich der Strom erzeugen lässt. Das hängt von verschiedenen Faktoren ab:

  • Anschaffungsinvestitionen für Bau und Installation der Anlage,
  • Einstrahlungsangebot am Standort,
  • Finanzierungsbedingungen (Eigenkapitalrendite, Zinsen, Laufzeiten),
  • Betriebskosten wie Versicherung, Wartung oder Reparatur,
  • Lebensdauer der Anlage.

Strom kostet 7 bis 11 ct/kWh

Die Investitionskosten für eine Photovoltaikanlage liegen derzeit je nach Größe bei rund 1300 €/kW, teilt das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE) mit. 45% davon betragen die Modulkosten und 55% die Kosten für Wechselrichter, Montagegestell, Kabel usw. Je nach Investitionskosten können Kleinanlagen an Standorten mit einer jährlichen Globalstrahlung von 950 kWh/m2 Strom zwischen 9,89 und 11,54 ct/kWh erzeugen. In Süddeutschland sind es bei einer Einstrahlung von ca. 1300 kWh/m2 zwischen 7,23 und 8,43 ct/kWh (Übersicht 1).

Unterschiede gibt es auch bei der Einspeisevergütung. Wer heute eine neue Anlage bis 10 kW ans Netz anschließt, erhält eine Einspeisevergütung von 9,44 ct/kWh (Stand April 2020), bei Anlagengrößen von 10 bis 40 kW sind es 9,18 ct/kWh. Die Vergütung sinkt im Moment monatlich weiter ab.

Damit liegt die Einspeisevergütung deutlich unter den zu zahlenden Netzpreisen. Verbraucher zahlen hier teilweise deutlich über 30 ct/kWh. Daher ist es attraktiv, den Strom auch von neuen Anlagen in erster Linie selbst zu verbrauchen, um sich die hohen Zukaufkosten zu ersparen.

Was tun nach dem EEG-Ende?

Noch interessanter wird der Eigenverbrauch für Anlagen, die nach 20 Jahren Förderung keine EEG-Vergütung mehr erhalten. Die Betreiber können zwar über einen Direktvermarkter den Strom weiterhin ins Netz einspeisen, würden aber nur noch den aktuellen Börsenstrompreis erhalten, der zwischen 2 und 4 ct/kWh liegt. Nach Angaben der Branchenvereinigung „Solar-Cluster Baden-Württemberg“ können diese Anlagen Strom für 2 bis 4 ct/kWh produzieren. Zu den...

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