Endlich Farbe bekennen! Plus

Schlachtunternehmen und LEH müssen endlich klipp und klar sagen, welche Kastrations-Alternative sich zu welchen Konditionen vermarkten lässt, fordert Tierarzt Dr. Andreas Palzer aus Scheidegg.

Die Zeit verrinnt. Bis zum Ende der Fristverlängerung für die betäubungslose Ferkelkastration bleiben nur noch 19 Monate. Welcher Kastrationsalternative geben Sie den Vorzug?

Palzer: Es gibt derzeit vier rechtlich machbare und akzeptable Alternativen: Die Ebermast, die Impfung gegen Ebergeruch, die Injektions- und die Isoflurannarkose. Alle Verfahren sind praktikabel – wie gut, das kommt auf den einzelnen Betrieb und die Umsetzung vor Ort an. Ich bin mir aber sicher, dass sich alle auftretenden Probleme gemeinsam mit den Tierhaltern lösen lassen. Allerdings bleibt dazu nur noch wenig Zeit. Deshalb müssen wir uns jetzt darauf konzentrieren, diese möglichen Alternativen auch ans Laufen zu bekommen.

Stichwort Ebermast. Ihre Kunden kommen hauptsächlich aus Süddeutschland. Ist für diese Betriebe die Ebermast noch immer ein rotes Tuch?

Palzer: Zu meinen Kunden gehören auch Betriebe, die an einem speziellen Ebermast-Programm teilnehmen. Die mästen seit Jahren problemlos Eber. Natürlich gibt es da einige Punkte, die wir erst lernen mussten. Das Sortieren muss man beispielsweise neu durchdenken und auch den richtigen Schlachttermin. Aber das ist alles machbar. Ob die Ebermast auch für die breite Masse der Betriebe taugt, muss sich erst noch zeigen. Entscheidend ist, dass die Vermarktungsfrage endlich geklärt wird, damit wir auch in der Breite Erfahrungen sammeln können.

Aggressivität, Unruhe und Penisbeißen: Können Sie die typischen Vorbehalte gegen die Ebermast bestätigen?

Palzer: Während der Umstellung und auch danach kann es in einigen Betrieben Probleme geben. Das gilt für die Impfung gegen Ebergeruch genauso. Denn bis zur zweiten Impfung sind die Tiere ganz normale Eber und verhalten sich auch so. Wer das berücksichtigt, kann mit der Ebermast meiner Meinung nach gut zurechtkommen.

Bleiben wir bei der Impfung mit Improvac. Das Friedrich-Loeffler-Institut für...


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