Es geht auch mit weniger Antibiotika Premium

Dank konsequenter Hygiene, intensiver Labordiagnostik und eines individuell auf den Betrieb zugeschnittenen Impfprogrammes kommt Ferkelerzeuger Harm Hauschild jetzt mit deutlich weniger Antibiotika aus.

Am besten ist, wenn es den Ferkeln so gut geht, dass sie gar nicht erst krank werden. Dadurch lassen sich am einfachsten Antibiotika einsparen. Zudem sind gesunde Tiere leistungsfähiger“, ist Harm Hauschild, Ferkelerzeuger aus Lübeck in Schleswig-Holstein überzeugt. Der 26-jährige Agrarbetriebswirt leitet die „Büssau KG“, eine Anlage mit 850 Sauen- und 2500 Ferkelaufzuchtplätzen unmittelbar vor den Toren der Hansestadt.

Die Stallanlage ist seit drei Jahren im Besitz der Familie, die ihren Stamm-betrieb in der niedersächsischen Gemeinde Deinste im Landkreis Stade hat. Hier bewirtschaften die Hauschilds weitere 3000 Ferkelaufzucht- und 2500 Schweinemast- sowie 170000 Hähnchenmastplätze, eine 940 kW-Biogasanlage, 360 ha Acker und 100 ha extensives Grünland. Den heimischen Betrieb führt Harm Hauschild gemeinsam mit seinen Eltern Ursel und Heinz Hauschild sowie seinem Bruder Niels.

Durchdachtes Hygienekonzept:

Der Grundstein für die gute Tiergesundheit wird in der Büssau KG durch ein ausgefeiltes Hygienekonzept gelegt. Dabei kommt es dem jungen Betriebsleiter zugute, dass die Anlage, die bereits Mitte der 60er Jahre gebaut wurde, früher als PIC-Basiszuchtbetrieb diente. Sie ist deshalb komplett eingezäunt und verfügt über eine konsequente Schwarz-Weiß-Trennung.

Kein Futter-Lkw oder Viehtransporter, kein Sperma-Kurier, Monteur oder Tierarzt gelangt mit seinem Fahrzeug auf das Gelände. Für sie gibt es separate Zufahrten. Stallbesuche beschränken sich auf das Allernotwendigste. Besucher kommen nur über die zentrale Hygieneschleuse in den Weißbereich und müssen zuvor einduschen. Und seinen sechs Mitarbeitern, drei Polen und drei Rumänen, hat Hauschild eingeschärft, aus der Heimat ja keine Verpflegung mitzubringen. Dadurch will er das Risiko einer ASP-Einschleppung mindern.

Auch der Tierverkehr ist streng geregelt. In den Betrieb gelangen nur Schweine, die mit dem eigenen Viehtransporter gefahren wurden. Die Danzucht-Jungsauen, die in zwei Altersgruppen alle acht Wochen aus Dänemark geliefert werden, verbringen zunächst eine achtwöchige Quarantäne im Stammbetrieb der Familie.

In einer dreieinhalbstündigen Fahrt werden die Jungsauen alle zwei Wochen mit einem eigenen Transportanhänger von Deinste nach Lübeck transportiert. Der Anhänger wird von einem 40 km/h-Schlepper gezogen. Angenehmer Nebeneffekt der langen Fahrt: Sie löst bei den Jungsauen eine Transportrausche aus. Auf dem Rückweg nimmt der Fahrer dann abgesetzte Ferkel mit, denn die Aufzuchtkapazitäten in Lübeck reichen nur für die Hälfte der Ferkel.

Desinfektions-Kontrolle:

Auch innerhalb der Anlage gibt es klare...

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