Es sah aus wie eine akute Influenza Premium

In Nordwestdeuschland macht seit zwei Jahren ein neuer, aggressiver PRRSV-Stamm die Runde, das Acro-Virus. Dr. Bernd Kruse von der Praxis Dümmerland schildert ein Beispiel aus der Praxis.

Mit seinen 30,9 abgesetzten Ferkeln pro Sau und Jahr, einer Abferkelrate von 87,6 % sowie 12 % Saugferkel- und 1 % Flatdeckverlusten hatte Peter Brinker (Name geändert) bis vor Kurzem wahrlich keinen Grund zum Klagen. Der teilgeschlossene Betrieb im Oldenburger Münsterland mit 450 Sauen-, 2400 Ferkelaufzucht- und 2200 Mastplätzen lief rund.

Aus Sicht der Betriebshygiene bot der gewachsene Familienbetrieb zwar nicht die optimalsten Voraussetzungen. Denn rund um den Betrieb gab es zahlreiche andere Schweinehalter, der nächste Maststall war nur vierhundert Meter Luftlinie entfernt. Und auch auf dem Hofgelände mit dem Wohnhaus in der Mitte lagen alle Gebäude relativ dicht beeinander. Eine saubere Trennung der verschiedenen Produktionsbereiche war daher kaum möglich.

Umfangreiches Impfprogramm:

Um die Gefahr einer Keimeinschleppung so gering wie möglich zu halten, remontiert Brinker seine Sauen bereits seit mehr als fünf Jahren selbst. Die Jungsauen werden fernab vom Betrieb in einem Pachtstall aufgezogen und separat betreut. Und auch bei den Impfungen sorgt Peter Brinker umfangreich vor. Die Sauen werden routinemäßig gegen PRRS, APP, Parvo/Rotlauf, Influenza und Coli/Clostridien geimpft. Die Ferkel mussten dagegen bislang nur gegen PCV2 vakziniert werden.

Milde PRRS-Klinik im Flatdeck:

Das Ergebnis dieser umfangreichen Impfmaßnahmen waren bisher stabile, gute Leistungen im Abferkelstall. Dann traten plötzlich jedoch erste Probleme auf. Es begann zunächst ganz unspektakulär mit einer milden PRRS-Klinik im Flatdeck. Einige Ferkel begannen zu schniefen.

Beim Screening wurden PRRS-Viren bei Ferkeln am Ende der Flatdeck-Aufzucht festgestellt – trotz Sauenimpfung. Das passiert jedoch häufiger. Deshalb machten sich Brinker und sein Tierarzt zunächst auch noch keine Gedanken.

Dann schwappten die Probleme jedoch in die Mast über. Etliche Tiere zeigten schwere APP-Symptome, sie husteten, litten unter Atemnot, verweigerten das Futter und wirkten teilnahmslos. Bei der PCR-Untersuchung nach einer Sektion erkrankter Tiere wurde...

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