Geburtsdauer: Sauen sind Wiederholungstäter Premium

Beim gemeinsamen Seminar vom LVFZ Schwarzenau und top agrar diskutierten Berater und Praktiker über das Management im Abferkelstall. Hier die wichtigsten Fragen und Antworten.

Was heißt, Sauen sind Wiederholungstäter?

Viele Sauenhalter kennen das bestimmt: Eine Sau, die bei der ersten Geburt lange ferkelt, braucht auch bei den weiteren Geburten meist länger als der Durchschnitt. „Sauen sind Wiederholungstäter“, bringt es Dr. Eckhard Meyer vom sächsischen Lehr- und Versuchsgut Köllitsch auf den Punkt.

Deshalb rät er dazu, sich die Geburtsdauer und viele Details rund um die Geburt zu notieren, beispielsweise Totgeburten, Verhalten wie Nervosität oder Aggressivität. Die Notizen können dann bei weiteren Geburten hilfreich sein, um die Sauen besser zu betreuen bzw. nicht vorschnell zu Wehenmitteln zu greifen.

Letztendlich zielen alle diese Aufzeichnungen und weiteren Managementmaßnahmen drauf ab, dass die großen Würfe nach möglichst zügigen Geburten warm bleiben, und die Kolostralmilch optimal verteilt wird. Die Geburtsgeschwindigkeit ist nach neuer Erkenntnis einer der wichtigsten Vitalitätsfaktoren für die Ferkel.

Was Hilft bei hartem Kot?

Kommen die Sauen vom Wartestall in konventionelle Abferkelbuchten, fehlt ihnen abrupt die aus der Gruppenhaltung gewohnte Bewegung. Weil meist gleichzeitig auf das Säugefutter gewechselt wird, können die Tiere unter Verstopfungen oder zu hartem Kot leiden.

Sinnvoll kann dann der Einsatz eines speziellen Geburtsvorbereitungsfutters sein. Dieses kann man entweder als Fertigfutter zukaufen. Oder man stattet das Säugefutter mit zusätzlicher Rohfaser aus, z.B. Weizenkleie, Zuckerrübenschnitzel oder Apfeltrester. Als dritte Option könnte man auch Rohfaserkomponenten mit einem Energiekonzentrat mischen.

Am LVFZ Schwarzenau erhalten die Sauen vom Einstallen bis zwei oder drei Tage nach der Geburt eine Mischung aus 50% Tragefutter, 30% Weizenganzkorn und 20% Weizenkleie. Die ganzen Weizenkörner scheiden sie unverdaut über den Kot aus. „Damit verhindern wir Verstopfung und harten Kot“, berichtet Fütterungsexperte Dr. Wolfgang Preißinger von der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft.

In der Flüssigfütterung sollte man die ganzen Weizenkörner jedoch nicht einsetzen, da sie die Leitungen verstopfen könnten. Wer zudem keine ganzen Körner verschwenden will, kann als Alternative auch gequetschte Gerste einsetzen. Probleme mit Durchwuchs treten im Übrigen nicht auf, da die Körner ihre Keimfähigkeit im Verdauungstrakt des Schweins verlieren.

Was tun bei Wehenschwäche?

Wehenschwäche liegt dann vor, wenn die Geburtsabstände zwischen den Ferkeln länger als 30 Minuten sind und/oder wenn viele Ferkel im Geburtskanal ersticken und tot zur Welt kommen.

Eine schwache Wehentätigkeit zeigt sich auch in einer fehlenden oder mangelhaften Vitalität der Ferkel. Denn dann haben...

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Artikel geschrieben von

Regina Imhäuser

Redakteurin Schweinehaltung

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