Gegen Seuchen versichern? Premium

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) rückt unaufhaltsam näher. Für wen es ratsam ist, jetzt noch eine Tierseuchenversicherung abzuschließen, erläutert Burkhard Fry von der Landwirtschaftskammer NRW.

Die Uhr tickt. Die Afrikanische Schweinepest (ASP) rückt immer weiter gen Westen. Experten vermuten, dass es nur noch eine Frage der Zeit ist, bis die Seuche auch Deutschland erreicht. Das bedeutet Keulung der betroffenen Betriebe, Untersuchungen, aufwendige Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen sowie langandauern-de Transport-, Vermarktungs- und Handelsbeschränkungen.

Das Problem: Die Tierseuchenkasse entschädigt nur den gemeinen Tierwert (Netto) und gegebenenfalls mit der Tierseuche zusammenhängende angeordnete Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen im Betrieb – und das auch nur, wenn Sie alle gesetzlichen Vorgaben und Meldungen eingehalten haben. Nicht entschädigt werden die Einbußen infolge von Betriebssperren, Vermarktungsverboten, Entschädigungslücken und Tierarztkosten. Von der entgangenen Produktion und Leistungseinbußen nach dem Wiederaufbau der Herde ganz zu schweigen.

Impfung nicht möglich:

Laut Tierseuchengesetz muss die zuständige Behörde um den Seuchenherd ein Sperrgebiet von mindestens 3km und ein Beobachtungsgebiet von mindestens 10km einrichten. Eine Aufhebung des Sperrgebietes z.B. im Falle der Afrikanischen Schweinepest (ASP) kann frühestens nach 40 Tagen und eine Aufhebung des Beobachtungsgebietes frühestens nach 30 Tagen erfolgen. Eine Impfung mit Marker-Impfstoffen, um die Ausbreitung der Seuche zu verhindern, ist derzeit nicht möglich.

Wie hoch der tatsächliche Schaden auf einem Hof ist, hängt von der Dauer der Sperre, dem Leistungsstand der Herde und den Marktpreisen ab. Erfahrungen zeigen folgendes: Der Schaden infolge von Keulung und Sperre auf Sauen- oder Kuhbetrieben ist deutlich höher als der Schaden, wenn der Betrieb „nur“ gesperrt wird. Nach dem Keulen kommen trotz Entschädigung aus der Tierseuchenkasse die hohen Kosten des Wiederaufbaus und Minderleistungen der Herde zum Tragen. Vielfach dauert es ein bis zwei Jahre, bis der alte Leistungsstand wieder erreicht wird.

200000€ Schaden:

Dazu ein Praxisbeispiel. Ein Betrieb mit 500 Sauen, dessen Bestand...

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