Reportage

„Im Kistenstall ist das Einstreuen Handarbeit“

Theo Junker hat einen Außenklimastall mit geschlossenen Liegekisten, überdachtem Auslauf und Spaltenboden gebaut. Er kommt deshalb mit 32 kg Stroh pro Mastplatz und Jahr aus.

Sauenhalter Theo Junker aus Ense im Sauerland ist sich bewusst, dass es die Schweinehaltung in der jetzigen Form in Zukunft schwer haben wird. „Große Teile der Bevölkerung wollen, dass wir unsere Tiere künftig nicht mehr in geschlossenen Gebäuden auf Vollspaltenboden halten“, so Junkers Eindruck. Der Landwirt war sich daher schnell sicher: Wenn er die Sauenhaltung um die Mast erweitert, dann soll es ein Außenklimastall werden.

Fest stand für ihn auch, dass er Stroh einsetzen möchte, aber in überschau- bzw. händelbaren Mengen. „Ich habe keine Möglichkeit, große Mengen Schweinemist ackerbaulich effektiv zu verwerten. Zudem wollte ich nicht jedes Jahr riesige Berge von Stroh einfahren und lagern müssen“, begründet der Landwirt sein Entscheidung.

Geschlossener Liegebereich

Junker entschied sich nach dreijähriger Planungsphase zusammen mit seiner Familie für einen komplett überdachten Außenklimastall mit planbefestigten Liegeflächen und Teilspaltenboden (vergleiche Übersicht 2). Seit 2018 ist der Stall jetzt in Betrieb. Die gedämmten Liegekisten sind rundherum geschlossen und mit einem Deckel versehen, den der Landwirt bequem per Elektroseilwinde öffnen und schließen kann. Neben dem Zugangstor vom Gang aus ist die einzige Öffnung eine ca. 60 cm breite Tür mit Gummilamellen, die in der Wand zum Auslauf sitzt. „Wir haben uns für geschlossene Liegekessel entschieden, weil unser Stall frei auf einer Anhöhe steht und dort häufig viel Wind weht“, erklärt der Sauerländer Landwirt. Ein Pig Port 5 oder ein ähnliches Stallsystem ohne geschlossene Liegekisten schied für ihn von vornherein aus.

An den Längsseiten des Stalles hat Junker die Ausläufe platziert. Diese sind komplett in der Stallhülle untergebracht und voll unterkellert. Beim Güllesystem hat er sich für das Slalomsystem entschieden, weil dieses funktionssicher ist. Die Kanaltiefe beträgt 2,50 m.

Alle Wände des Stalles sind ca. 1 m hoch betoniert. Darauf steht die Holzkonstruktion. Die beiden Längsseiten können mit elektrisch steuerbaren Doppelstegplatten verschlossen werden. Das Dach ist mit Faserzementplatten eingedeckt. Eine Isolierung ist aufgrund der wärmegedämmten Liegekisten nicht nötig. Im First ist ein ca. 1 m breites Lichtband eingebaut, unter dem die Abluft nach draußen strömt.

Die Fütterung erfolgt über Trockenfutterautomaten, die an den Stirnseiten in den Liegekisten stehen. Gefüttert wird...