Isofluran-Narkose auf der Zielgeraden Plus

Die Isofluran-Narkose zur Ferkelkastration nimmt allmählich Fahrt auf. Die DLG hat mit der Prüfung der ersten Narkosegeräte begonnen und in Kürze starten die ersten Sachkundelehrgänge.

Die Übergangsfrist für die betäubungslose Ferkelkastration endet in elf Monaten, pünktlich zum 31. Dezember 2020. Ferkelerzeuger, deren Kunden auch danach noch kastrierte Ferkel wünschen, müssen die Tiere dazu betäuben. Sie haben die Wahl zwischen zwei zugelassenen Betäubungsverfahren:

  • Injektionsnarkose mit einer Kombination aus Ketamin und Azaperon,
  • Inhalationsnarkose mit dem Narkosegas Isofluran.

In Bayern praktizieren zudem etwa 10% der Ferkelerzeuger gemeinsam mit ihrem Hoftierarzt die lokale Betäubung mit einer Kombination aus Meloxicam und Procain.

Sachkundeverordnung kommt

Die Injektionsnarkose ist mit einer langen Nachschlafphase verbunden. Dadurch erhöht sich das Risiko, dass die Ferkel wichtige Säugezeiten verpassen, auskühlen und leichter von der Sau erdrückt werden. Deshalb scheidet die Vollnarkose per Spritze für die meisten Ferkelerzeuger aus.

Zudem dürfen Betäubungen bisher ausschließlich von Tierärzten durchgeführt werden. Es gilt der sogenannte Tierarztvorbehalt. Die Anwesenheitspflicht eines Tierarztes verteuert jedoch die Narkoseverfahren und macht die Arbeitsabläufe komplizierter.

Deshalb will die Bundesregierung zumindest bei der Inhalationsnarkose mit Isofluran eine Ausnahme machen. Sie soll künftig auch vom Landwirt oder seinen Mitarbeitern selbst durchgeführt werden dürfen. Voraussetzung ist, dass der Anwender zuvor einen Lehrgang mit abschließender Sachkundeprüfung absolviert. Die Details dazu sind in der Ferkelbetäubungssachkundeverordnung (FerkBetSachkV) geregelt, die zurzeit im Entwurf vorliegt. Nachdem der Bundesrat dem Verordnungsentwurf bereits am 20. September 2019 mit etlichen Änderungswünschen zugestimmt hat, lag der Ball zuletzt bei der EU. Am 31. Dezember 2019 endete jedoch die Stillhaltefrist für das Notifizierungsverfahren auf EU-Ebene.

Da weder die Kommission noch die Mitgliedsstaaten Einwände erhoben haben, kann die Verordnung jetzt zeitnah in Kraft treten. Das ist auch dringend nötig, denn die ersten Bildungsanbieter stehen in den Startlöchern und wollen mit den Schulungen für den Sachkundenachweis beginnen.

Schulungskonzept steht

Anfang Dezember 2019 trafen sich im nordrhein-westfälischen Versuchs- und Bildungszentrum Haus Düsse Vertreter von sechs landwirtschaftlichen Bildungseinrichtungen und fünf Schweinegesundheitsdiensten der für die Ferkelerzeugung wichtigsten Bundesländer, um ein Schulungskonzept für den Sachkundenachweis Ferkelbetäubung abzustimmen.

Der Leiter des...

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