MMA: Den Darm auf Touren halten Plus

I n den Tagen kurz vor und unmittelbar nach der Geburt ist eine intensive Betreuung der Sauen notwendig.Nur so kann MMA-Problemen wirksam begegnet werden.Welche Anforderungen dabei an das Geburtsmanagement gestellt werden,haben wir in in der letzten top agrar-Ausgabe vorgestellt. Besondere Aufmerksamkeit verdient die Fütterung in den letzten Tagen vor sowie den ersten Tagen nach der Geburt: Speziell zur MMA-Prophylaxe müssen die Fütterungsmaßnahmen darauf ausgerichtet sein,die in diesem Zeitraum verbreitete Darmträgheit zu vermeiden. Dieser Aspekt verdient umso mehr Beachtung,je stärker die Bewegungsmöglichkeiten der Sauen eingeschränkt sind. Zuchtkondition ist gefordert Besonders schwere und verfettete Sauen leiden häufiger unter Wehenschwäche während der Geburt.Dadurch verzögert sich die Geburt und die Gefahr von Totgeburten und Gebärmutterentzündungen ist erhöht.Aus diesem Grund sollte während der gesamten Trächtigkeit eine übermäßige Energieversorgung vermieden werden.Fit,aber nicht zu fett ,muss die Devise lauten. Von der ersten bis zwölften Trächtigkeitswoche sollten die Sauen etwa 25 bis 29 MJ ME pro Tag erhalten.Die Eiweißversorgung sollte bei rund 250 g Rohprotein liegen.Die hochtragende Sau (13.bis 16.Trächtigkeitswoche)benötigt täglich etwa 29 bis 33 MJ ME und 300 g Rohprotein.In der Regel wird dieser erhöhte Bedarf mit 2 bis 3 kg Alleinfutter pro Tier und Tag voll gedeckt. Ein Futterentzug kurz vor der Geburt kann die Häufigkeit von MMA-Erkrankungen deutlich senken.In mehreren Studien wurde nachgewiesen,dass eine auf 1 kg reduzierte Futtermenge vor der Geburt ohne negative Folgen für die Früchte bleibt.Dennoch bestehen in der Praxis wegen des höheren Energiebedarfs in dieser Phase Vorbehalte gegenüber einem Futterentzug.Außerdem ist eine geringe Futtermenge für die Motorik des Darmkanals eher nachteilig,insbesondere wenn es sich um ein faserarmes Futter handelt. Auch kurzfristige Einschränkungen in der Futtermenge über ein bis drei Tage vor der Geburt zeigen nicht selten positive Effekte,wenngleich diese noch nicht im Detail geklärt sind.Eventuell führt der gesteigerte Hunger zu einer größeren Bewegungsaktivität der Sau im Stand und diese wirkt sich indirekt wieder günstig auf die Verdauung aus.Nachweislich fördert eine gute Darmtätigkeit die Ansprechbarkeit der Gebärmutter auf das wehenauslösende Oxytocin. Eine Verstopfung kurz vor der Geburt ist besonders risikoreich:Man vermutet, dass Verstopfungen zu einer vermehrten Aufnahme von Giften (Endotoxinen) aus dem Darm führen.Das gilt sowohl für die Tragezeit als auch für die Nachgeburtsphase.Endotoxine sind Bestandteile vieler Darmbakterien.Sie werden mit deren Absterben frei und verursachen zunächst Fieber,eventuell aber auch eine Untertemperatur.Man nimmt an,dass sie über eine Blockade des Hormons Prolaktin die Milchbildung hemmen.Das schlechte Allgemeinbefinden der Tiere verzögert außerdem die Geburt.Gleichzeitig schädigen die im Blut...


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