Notluftsysteme sorgen für Sicherheit im Stall Plus

Ein Lüftungsausfall im Schweinestall kann verheerende Folgen haben. Für den Ernstfall muss deshalb ein Notluftsystem vorhanden sein, damit den Schweinen bei Stromausfall nicht die Luft ausgeht.

Die heißen Sommer der letzten Jahre haben die Lüftungsanlagen von zwangsbelüfteten Ställen auf eine harte Probe gestellt. Ganz brenzlig wird es jedoch, wenn sich durch Blitzeinschlag oder Stromausfall im Stall plötzlich kein Ventilator mehr dreht.

Für diese Fälle sind Alarmanlagen sowie Notluftsysteme ein absolutes Muss, um die Tiere in zwangsbelüfteten Stallanlagen im Falle eines Stromausfalls mit genügend Frischluft zu versorgen. Das schreibt auch der Gesetzgeber vor.

Die Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung verlangt, dass in Ställen, die von einer elektrisch betriebenen Anlage belüftet werden, eine Ersatzvorrichtung vorhanden sein muss, die beim Ausfall der Anlage einen ausreichenden Luftaustausch gewährleistet, sowie eine Alarmanlage, die diesen Ausfall meldet. Die Details sind in VDE-Richtlinien und Merkblättern der DLG bzw. der Landwirtschaftskammern geregelt. Zudem ist gesetzlich festgeschrieben, dass Lüftungs- und Versorgungseinrichtungen mindestens einmal täglich auf ihre Funktionsfähigkeit überprüft und eventuelle Mängel unverzüglich abgestellt werden müssen.

Welche technischen Lösungen sich als Notlüftungssysteme in der Praxis bewährt haben, hat top agrar mit Franz Strasser, Fachberater der Landwirtschaftskammer Oberösterreich, sowie einigen Lüftungsfirmen diskutiert.

1. Fensteröffner

Ältere Fensteröffnungssysteme bestehen meistens aus Elektromagneten, die bei einem Lüfter- oder Stromausfall das Fenster aufkippen lassen. In der Praxis hat sich jedoch gezeigt, dass Fenster die für einen längeren Zeitraum geschlossen waren, oftmals an der Dichtung haften bleiben. Allein durch die Schwerkraft lassen sie sich nicht öffnen.

Abhilfe schaffen hier neuere Systeme, bei denen die Fenster im Notfall durch ein mechanisches Gestänge geöffnet werden. Bei einer Störung sendet die Alarmanlage ein Signal. Dieses führt dann zur Entlastung eines durch eine Feder vorgespannten, pneumatischen Druckzylinders. Das hat zur Folge, dass sich das Fenster öffnet.

„Dieses System hat den Vorteil, dass die geöffneten Fenster nach dem Stromausfall durch den pneumatischen Druckzylinder wieder automatisch und zentral geschlossen werden können“, erklärt Berater Franz Strasser. Die Federn sollten jedoch immer ausreichend gespannt sein, um eine einwandfreie Funktion zu gewährleisten, rät der Experte.

Ein ähnliches Fensteröffnungssystem mit Druckluftzylinder, Seilzug und einem Gewicht bietet die Firma Schauer an. Ist die Temperatur im Abteil zu hoch oder gibt es einen Stromausfall, wird ein Alarm ausgelöst. Zugleich öffnet sich stromlos ein Magnetventil und die Luft entweicht aus dem Druckluftsystem. Die Fenster werden nun durch die Gewichte automatisch aufgezogen. „Ist der Alarm aufgehoben, wird erneut Druckluft aufgebaut und die Fenster schließen wieder automatisch“, erklärt Ernst Würzl von der Firma Schauer.

2. Türöffner im Zentralgang

„Notluftsysteme mit sich selbstständig öffnenden Türen haben sich in der Praxis am besten bewährt, da der Landwirt beim täglichen Kontrollgang überprüfen kann, ob sich die Stalltüren öffnen“, berichtet Strasser.

Ein derartiges Notluftsystem funktioniert wie folgt: An jeder Abteiltür wird der Sperrmechanismus der Türklinke ausgebaut und ein Elektromagnet montiert. Zusätzlich befindet sich an jeder Tür ein Schalter, der...

Das könnte Sie auch interessieren


Diskussionen zum Artikel

Kommentar schreiben

Sie müssen sich anmelden um Kommentare zu bewerten

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen

Kommentar melden

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen

Kommentar melden

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen