„Ohne Raps fallen wir in ein Eiweißloch“ Premium

Der Verband der ölsaatenverarbeitenden Industrie (OVID) fordert von der Bundesregierung ein Umdenken beim Thema Eiweißpflanzenstrategie. Der Anbau von Raps muss sich wieder lohnen.

Dr. Schmidt, in Ihrem Positionspapier „OVID-Eiweißstrategie 2.0“ warnen Sie bei Futtermitteln eindringlich vor einem Proteinloch in Deutschland. Wie schlimm ist die Situation wirklich?

Schmidt: Die Eiweißlücke ist nachweislich deutlich größer geworden. Der Selbstversorgungsgrad bei heimischen Proteinfuttermitteln ist innerhalb weniger Jahre von über 40% auf aktuell nur noch 28% gesunken.

Woran liegt das?

Schmidt: Ein Problem ist, dass die Bundesregierung mit der im Jahr 2013 gestarteten nationalen Eiweißpflanzenstrategie falsche Akzente setzt. Vor allem die sehr einseitige finanzielle Förderung der klassischen Körnerleguminosen wie Lupinen, Ackerbohnen und Erbsen bereitet uns Schwierigkeiten.

Wo liegt das Problem?

Schmidt: Wenn Körnerleguminosen stärker in der Fruchtfolge berücksichtigt werden, geht das meist zulasten der Anbauflächen für Getreide oder Raps. Im Endeffekt führt das zu insgesamt geringeren Proteinerträgen, da der Eiweißertrag allein bei Getreide aufgrund der hohen Erntemengen durchschnittlich um 0,15 t pro ha höher liegt als bei heimischen Körnerleguminosen. Beim Raps ist der Vorteil in Bezug auf Eiweiß noch größer.

Die Sojabohne liefert 1 t Eiweiß pro ha und damit ähnlich viel wie Raps und Getreide. Ist sie eine Alternative?

Schmidt: Nur bedingt, denn die Anbauflächen für Sojabohnen sind in Deutschland begrenzt. Bisher liegen nur in Süddeutschland gute Praxiserfahrungen vor. Experten schätzen, dass der Sojabohnenanbau im Süden weiteres Potenzial hat. Schätzungen gehen davon aus, dass man die Anbaufläche von derzeit 24000 ha auf 100000 ha erhöhen kann. In anderen Regionen sind...

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Artikel geschrieben von

Marcus Arden

Redakteur Schweinehaltung

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