PRRS: Wie gefährlich ist der neue Acro-Stamm? Premium

Seit einiger Zeit kursiert in Österreich und in Nordwestdeutschland ein neuer, aggressiver Stamm des PRRS-Virus. Wie sich die Infektion äußert und wie gut die vorhandenen Impfstoffe schützen, erläutert Prof. Andrea Ladinig von der Universitätsklinik für Schweine in Wien.

Seit mehr als einem Vierteljahrhundert macht das PRRS-Virus den Schweinehaltern weltweit zu schaffen. Die Schäden, die der Erreger verursacht, sind auch nach 25 Jahren noch enorm. Allein in der amerikanischen Schweinehaltung werden die Produktivitätsverluste durch PRRSV-Infektionen auf jährlich 664 Mio. US-Dollar geschätzt. Und in Deutschland geht man von einem Schaden von etwa 116 Mio. € pro Jahr aus.

Etwa 55% der Schäden, so schätzt man in den Vereinigten Staaten, entstehen in Aufzucht und Schweinemast. Und etwa 45% der wirtschaftlichen Verluste gehen auf das Konto von Fruchtbarkeitsstörungen.

In Sauenherden verlaufen die Infektionen häufig wellenförmig. Nach akuten Phasen mit erhöhten Totgeburten, Saugferkelverlusten und vermehrtem Umrauschen schwächen sich die Symptome häufig für sechs bis acht Monate wieder ab, um dann erneut aufzuflackern. Wobei die klinischen Symptome insgesamt davon abhängen, in welchen Stadium der Trächtigkeit die Sauen infiziert werden. Die schwerwiegendsten Auswirkungen haben Infektionen im letzten Drittel der Trächtigkeit.

Neuer, aggressiver Stamm:

Seit Frühjahr 2015 wird ein neuer, aggressiver PRRSV-Stamm beobachtet. Der erste Ausbruch ereignete sich in Niederösterreich, der Region rund um Wien. Aufgrund seiner regionalen Herkunft und Ähnlichkeit zu einem in Kroatien aufgetretenen Ableger wurde der neue Stamm mit der Bezeichnung „Acro“ (Austrian-Croatian) versehen. Die interne Bezeichnung der Veterinärmedizinischen Uni Wien lautet „AUT15-33“.

Die Symptome waren heftiger als alles, was in den Jahren zuvor beobachtet worden war. In einem Ferkelerzeugerbetrieb mit 80 Zuchtsauen, z.B. der vorher als PRRS-unverdächtig galt, ähnelten die ersten Symptome denen eines akuten Influenzaschubes. Die hochtragenden Sauen bekamen zunächst Fieber und wollten nicht fressen. Mehr war anfangs gar nicht zu sehen.

Zweieinhalb Wochen später, als die ersten Tiere abferkelten, zeigte sich dann...

Verpassen Sie nichts mehr!

Erhalten Sie Zugriff auf diesen und alle weiteren relevanten Beiträge sowie auf unsere exklusiven Newsletter. Testen Sie jetzt ganz unverbindlich.

Jetzt 30 Tage gratis testen
Mehr erfahren

Das könnte Sie auch interessieren


Diskussionen zum Artikel

Kommentar schreiben

Diskutieren Sie mit

Tragen Sie mit Ihrem Beitrag zur Meinungsbildung zu diesem Artikel bei.

Sie müssen sich anmelden um Kommentare zu bewerten

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen