Quaddeln, Pusteln und schuppige Beläge … Premium

… führen zu Minderleistungen und Ausfällen. Wie Hautkrankheiten junger Schweine zu diagnostizieren und zu behandeln sind, erläutert Tierärztin Dr. Annette Gass-Cofré aus Niederbayern. Hautveränderungen beim Schwein sind sehr gut sichtbar, da die Tiere kaum behaart sind. Bei Ferkeln sind Hauterkrankungen ein Reklamationsgrund. Denn sie mindern das Leistungsvermögen der Tiere. Zudem sind Hautveränderungen Warnsignale für andere Krankheiten und Erreger sowie für Haltungsdefizite. Bei ersten Anzeichen einer Hauterkrankung ist oft eine sofortige Behandlungsstrategie angesagt. Die ergänzenden molekularbiologischen Untersuchungsverfahren haben sich in den letzen Jahren weiter entwickelt. Daher können Labore die beteiligten Erreger heute gut identifizieren, auch bei den häufig auftretenden Mischinfektionen. Welche Laboruntersuchungen grundsätzlich möglich sind, können Sie dem Kasten rechts entnehmen. Wichtige Hautkrankheiten junger Schweine Je nach Erreger unterscheidet man bei Hauterkrankungen virale, bakterielle, parasitäre oder durch Pilze bedingte Erkrankungen. Bei einigen sind die Ursachen jedoch unklar. Im Folgenden sind wichtige Hautkrankheiten junger Schweine mit ihren Symptomen und den erforderlichen Maßnahmen aufgeführt.  1. PDNS Das porzine dermonephrotische Syn-drom (PDNS) ist eine Hautkrankheit mit Beteiligung des Circovirus Typ 2 (PCV2). Durch die inzwischen weit verbreitete Impfung kommt sie deutlich weniger vor. PDNS trifft vor allem Mastschweine. Die Todesrate kann bis zu 100 % betragen! Symptome: Milde Form: Symptome ähneln denen der Schweinepocken, aber ohne zentrale Nekrose. Haut-und Nierenform: Punktförmige, teils zusammenfließende Unterhautblutungen im Bereich der Ohren und Extremitäten. Achtung: Symptome ähneln denen der Klassischen Schweinepest! Wichtigste beteiligte Infektionen: PRRSV und Pasteurellen. Maßnahmen: Eine ursächliche Behandlung ist nicht möglich. Erkrankte Ferkel sind zu separieren und ggf. zu euthanisieren. Antibiotische und entzündungshemmende Präparate können helfen. Eine vor­beugende Impfung der Ferkel im Erzeugerbetrieb oder direkt beim Einstallen in die Mast ist sinnvoll. Ein Virusnachweis ist möglich.  2. Schweinepocken Zu den viralen Hautinfektionen gehören die Schweinepocken (SWPV). Der Erreger ist das Suipoxvirus. Die sehr seltene Erkrankung ist meldepflichtig! Bei der postnatalen Form sind Saugferkel betroffen, meist nur ein Teil des Wurfs. Die Todesrate beträgt ca. 3 %. Bei Läufern und Mastschweinen ist die Erkrankungsrate höher, der Verlauf jedoch subklinisch. Das Erregerreservoir sind infizierte Schweine, Läuse und Insekten. Begleitend treten oft bakterielle Mischinfektionen auf. Symptome: Je jünger die Tiere, desto schwe­rer die Infektion. Typisch: Kreisrunde, erst flache, dann erhabene Pusteln. Maßnahmen: Eine Behandlung ist nicht möglich. Die Läsionen sind selbstheilend, keine Narbenbildung. Sekundärinfektionen sind mit Antibiotika zu behandeln.  3. Ferkelruß Ferkelruß (Epidermitis exsudativa) ist die häufigste bakterielle Hauterkrankung beim Schwein. Der Erreger ist ...

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