So unterbrechen Sie Infektionsketten Premium

Krankheitserreger, die im Betrieb zirkulieren und immer wieder neue Schweine anstecken, bekommt man nur mit einem ausgefeilten Hygienekonzept in den Griff.

Wer seine Schweine gesund erhalten will, muss nicht nur dafür sorgen, dass keine neuen Erreger in den Bestand eingeschleppt werden. Er muss auch verhindern, dass bereits im Betrieb vorhandene Keime von Bucht zu Bucht oder von Abteil zu Abteil weitergetragen werden. Die Infektionsketten im Bestand müssen effektiv unterbrochen werden.

Ein typisches Beispiel dafür sind Kotreste im Profil der Stallstiefel. Beim Betreten einer Bucht mit älteren Mastschweinen, die bereits mit vielen Krankheitserregern in Kontakt gekommen sind, bleiben im Profil der Stiefel häufig Kotreste haften. Die darin enthaltenen Keime können dann leicht in eine Bucht mit gerade neu eingestallten, empfänglichen Mastläufern verschleppt werden. Deshalb ist Stiefelhygiene bzw. der Stiefelwechsel so wichtig.

Schwarz-Weiss-Trennung

Die wichtigste Vorsorgemaßnahme ist ein wirksamer Außenschutz. Achten Sie auf eine klare Schwarz-Weiss-Trennung. Dazu gehört eine möglichst lückenlose Einzäunung im Außenbereich. Sie kann verhindern, dass Wildschweine oder unbefugte Personen in Stall- oder Silonähe gelangen.

Zudem sollten Sie die Zufahrt zum Betriebsgelände stark einschränken. Im Idealfall bleiben die Fahrzeuge von Dienstleistern wie Tierarzt, Spermakurier und Elektroinstallateur außerhalb des Geländes. Schildern Sie dafür einen Besucherparkplatz aus. Tiertransporter, die das Gelände befahren müssen, sollten Sie so leiten, dass kreuzende Wege zwischen anliefernden und abholenden Fahrzeugen vermieden werden.

Verladerampen und Treibewege für die Anlieferung und den Abtransport sollten möglichst weit voneinander entfernt sein. Zudem müssen sie nach jedem Gebrauch gründlich gereinigt und desinfiziert werden. Dazu gehört auch die Viehwaage.

Alle Gebäude, in denen Schweine gehalten werden, dürfen nur über eine Hygieneschleuse betreten werden. In dieser Schleuse werden Kleidung und Schuhe gewechselt. Straßen- und Stallkleidung sowie die dazugehörigen Schuhe bzw. Stiefel müssen hier voneinander getrennt gelagert werden, sie dürfen nicht in Kontakt kommen.

Ganz wichtig ist auch die Handhygiene. Waschen und desinfizieren Sie Hände und Unterarme nach dem Ablegen der Straßen- vor dem Anlegen der stalleigenen Kleidung gründlich. Zum Abtrocknen benutzen Sie am besten Einweg-Papiertücher. Als optische und physische Barriere zwischen Schwarz- und Weißbereich leistet eine quer in den Raum gestellte Bank gute Dienste. Im Idealfall müssen alle, die den Stall betreten wollen, einduschen.

Bei zusammenhängenden Stallgebäuden genügt eine zentrale Hygieneschleuse. Wenn mehrere Altersgruppen von Schweinen in einem Stallkomplex untergebracht sind, sollten Sie für jeden Bereich (Abferkelstall, Ferkelaufzucht, Mast) separate Overalls, Stiefel und Gerätschaften bereithalten. Zur besseren Unterscheidung kennzeichnen Sie die Overalls, Treibebretter, Schaufeln und Besen für jeden Produktionsbereich mit einer eigenen Farbe.

Hunde und Katzen haben im Weißbereich des Betriebes und auch in der Hygienschleuse nichts zu suchen. Denn sonst können sie an ihren Pfoten oder im Fell anhaftende Erreger von Abteil zu...

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Artikel geschrieben von

Henning Lehnert

Redakteur Schweinehaltung

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