Tipps rund ums freie Abferkeln Premium

Ferkelschutzkorb und Kastenstand werden zunehmend kritisiert. Die Alternative ist das freie Abferkeln. Das Landwirtschaftliche Bildungszentrum Echem hat dazu ein Tagesseminar durchgeführt. Heike Engels war für top agrar dabei.

Ferkelschutzkorb und Kastenstand stehen schon lange in der öffentlichen Kritik. Sie reduzieren zwar die Erdrückungsgefahr für die Ferkel, schränken aber gleichzeitig die Bewegungsfreiheit der Sauen stark ein. Aufstehen, Ablegen und Säugen sind beeinträchtigt. Zudem kann die Sau in der Vorbereitungsphase der Geburt nicht ihrem Nestbaudrang nachkommen.

Deshalb wird viel über freies Abferkeln diskutiert. Hier werden die Sauen während der Geburt und Säugeperiode ohne Kastenstand und damit ohne Fixierung gehalten. In der ökologischen Schweinehaltung ist das freie Abferkeln bereits seit Längerem gang und gäbe. Beim und nach dem Abferkeln dürfen die Sauen nur in Einzelfällen fixiert werden, und dann auch nur für maximal vierzehn Tage.

Große Würfe, erhöhte Verluste:

Dem freien Abferkeln wird allerdings nachgesagt, dass es mit höheren Erdrückungsverlusten durch die Sau verbunden ist. Ralf Bussemas vom Johann Heinrich von Thünen-Institut für ökologischen Landbau in Trenthorst stellte in Echem jedoch klar, dass hohe Ferkelverluste sowohl im konventionellen als auch im ökologischen System ein großes Problem darstellen: „Wir sprechen bei beiden Systemen über 10 bis 30% Verluste – das ist viel zu viel.“

Bussemas betonte allerdings, dass man genau unterscheiden müsse. Nicht immer würden die Ferkel auch tatsächlich von der Sau erdrückt. Mitunter seien sie auch einfach nur lebensschwach. Deshalb müsse man bei den Verlustursachen noch genauer zwischen lebensschwach, verendet und erdrückt unterscheiden. Erdrückungsverluste seien nicht systembedingt mit dem ökologischen Landbau verbunden.Der Ökoberater macht stattdessen vor allem große Würfe für die Probleme verantwortlich. Hier gebe es eindeutig eine genetische Komponente. Beispielsweise hätten sich in der Vergangenheit viele Ferkelerzeuger für die dänische Genetik entschieden, weil die für ihre hohe Fruchtbarkeitsleistung bekannt ist.

Je größer der Wurf, desto größer seien auch die Probleme. „Der Idealwurf hat elf Ferkel. Denn bei größeren Würfen sind die Gewichte der einzelnen Ferkel häufig zu niedrig, und die Vitalität der Tiere ist vermindert“, betont Bussemas.

Mit steigender Wurfgröße werde es allerdings immer schwieriger, alle Ferkel bedarfsgerecht zu versorgen. Kleine Betriebe hätten zum Beispiel kaum Möglichkeiten, Ammensauen zu halten. Und auch das Versetzen von Ferkeln sei schwierig, denn nicht fixierte Sauen können sehr ungemütlich werden, wenn man ihre Ferkel aus dem Wurf entfernen will. Die meisten Verluste gebe es direkt nach der Geburt und bis zu 80% innerhalb der ersten Lebenswoche zu beklagen, erläuterte Bussemas. Unter dem Strich treten mehr ...

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