„Toll Collect“ im Schweinestall Plus

Die Uni Hohenheim testet derzeit Ultrahochfrequenz-Systeme zur elektronischen Tierüberwachung. Antennen zeichnen dabei die Laufwege der Schweine auf. Der Landwirt findet so schneller kranke Tiere und Umrauscher.

In der Schweinehaltung haben sich elektronische Ohrmarken durchgesetzt: Ferkelerzeuger mit Abruffütterungen für Sauen setzen die runden Ohrchips bereits seit über 20 Jahren ein. Mithilfe der Technik kann jede Sau automatisch und tierindividuell gefüttert werden. Zuchtbetriebe speichern auf den Ohrmarken Einzeltierdaten. Dazu erhält jedes Ferkel nach der Geburt eine elektronische Ohrmarke. Weitere Vorteile der Technik sind:

  • Elektronische Ohrmarken ermöglichen die automatische, einzeltierbezogene Verknüpfung und Auswertung von Daten. Das sogenannte „Smart Farming“ wird dadurch Realität.
  • Die Technik erleichtert die Rückverfolgbarkeit bzw. Herkunftskennzeichnung von Fleisch.
  • Großes Potenzial bietet die Technologie in puncto Tierbeobachtung. So kann man zum Beispiel das Bewegungsverhalten der Schweine aufzeichnen. Das Lkw-Mautsystem „Toll Collect“ arbeitet vom Prinzip her ähnlich. Dank der Bewegungsdaten erkennt der Landwirt, ob eine Sau, ein Ferkel oder ein Mastschwein erkrankt ist. Denn wenn das Tier nur noch selten den Trog oder die Tränke aufsucht, stimmt etwas nicht. Auch Umrauscher kann der Landwirt leichter finden, wenn er das Bewegungsmuster der Sau aufzeichnet. Steht die Sau ständig in der Nähe der Eberbucht, ist das meistens ein klares Zeichen für die Brunst.
  • Auch im Hinblick auf die zukünftig gesetzlich vorgeschriebene Tierwohl-Dokumentation hat die elektronische Kennzeichnung Vorteile.

RFID-Standard:

Alle gängigen Systeme, die heute zur Tierkennzeichnung eingesetzt werden, arbeiten mit der sogenannten Radiofrequenz-Identifikation (RFID). Das System besteht im Wesentlichen aus drei Komponenten:

  • Einem Transponder mit einer Antenne und einem Mikrochip, auf dem die Tiernummer gespeichert ist,
  • einem Lesegerät mit Antenne,
  • sowie einem nachgelagerten Datenverarbeitungssystem.

Der Transponder, meist die Ohrmarke, wird möglichst mittig im Ohr eingezogen. Injektate, die unter der Haut platziert werden, sind Alternativen. Allerdings können diese mit der Zeit wandern und sie sind am Schlachthof schwer zu entfernen. Halsbänder spielen in der Schweinehaltung...


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