Tschechien tilgt die ASP Premium

In Polen flammt die ASP wieder auf, in Tschechien scheint man die Seuche dagegen in den Griff bekommen zu haben. Was können wir von den Tschechen lernen? top agrar sprach mit Dr. Zbynek Semerad, Direktor der staatlichen Veterinärverwaltung.

In Tschechien wurde im Sommer 2017 erstmals die Afrikanische Schweinepest (ASP) bei Wildschweinen bestätigt. Welche Gebiete waren betroffen?

Semerad: Die beiden Kadaver wurden im Katastergebiet von Příluky in der Ortschaft Zlín gefunden. Die Region liegt rund 300 km südöstlich von Prag an der Grenze zur Slowakei.

Sofort wurden Bekämpfungsmaßnahmen eingeleitet? Wer hat diese koordiniert?

Semerad: Bei der ASP-Bekämpfung arbeiten unsere nationalen und regionalen Behörden eng zusammen. Die staatliche Veterinärbehörde nimmt jedoch eine Schlüsselposition ein, sie ordnet im Falle eines Seuchenausbruchs Notfallmaßnahmen an. Die Überwachung des Seuchengeschehens vor Ort übernimmt die jeweils zuständige regionale Veterinärbehörde, die die zentrale Veterinärverwaltung informieren muss.

Wer wird noch einbezogen?

Semerad: Neben der Kommunalverwaltung sitzen Vertreter des Landwirtschaftsministeriums, der Jagdverbände, der Schweinehalter, der Tierkörperbeseitigungsanstalten sowie der staatlichen Laboratorien mit am Tisch. Jedem soll bewusst werden, wie wichtig ein koordiniertes Vorgehen ist.

Wie hat die tschechische Veterinärverwaltung auf die ersten ASP-Funde bei Wildschweinen reagiert?

Semerad: Nach dem ersten Seuchenausbruch haben wir sofort ein sogenanntes Kern- bzw. Hochrisikogebiet eingerichtet. Die Größe betrug knapp 6000 ha. Das Kerngebiet haben wir größtenteils mit Elektrozäunen abriegeln lassen. Zudem durften bestimmte Ackerflächen nicht abgeerntet werden, in der Kernzone durften keine Wildschweine gejagt werden und der Zutritt war streng verboten. Mit all diesen Maßnahmen wollten wir erreichen, dass das Schwarzwild Ruhe hat, an Ort und Stelle bleibt und die ASP nicht weitergetragen wird.

Darüber hinaus haben die regional zuständigen Dienststellen von uns sofort eine aktuelle Liste von allen Betrieben mit Hausschweinebeständen im Kerngebiet erhalten. Für diese Betriebe wurde ein Transportverbot erlassen. In der gesamten Tschechischen Republik sind zudem die...

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Artikel geschrieben von

Marcus Arden

Redakteur Schweinehaltung

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