Unheilbar kranke Tiere rechtzeitig erlösen! Premium

Die Entscheidung, wann ein krankes oder verletztes Schwein getötet werden muss, ist eine Gratwanderung. Hier brauchen die Landwirte mehr Hilfestellung, empfiehlt Prof. Dr. Elisabeth große Beilage von der Tierärztlichen Hochschule Hannover.

Sie haben die Körper von Falltieren unter die Lupe genommen. Worauf haben Sie dabei geachtet?

große Beilage: Im Rahmen einer Studie wurden zwei Dinge ausgewertet: Erstens, ob die unheilbar kranken bzw. verletzten Schweine rechtzeitig von ihren Leiden erlöst wurden, wie es das Tierschutzgesetz vorschreibt. Und zweitens, ob die Tiere vorschriftsmäßig betäubt und notgetötet wurden.

Dazu habe ich im Frühjahr 2016 vier Tierkörperbeseitigungsanlagen (TBAs) besucht, die mit Schweinen aus sechs Bundesländern beliefert wurden. Die Auswertung erfolgte absolut anonym, es wurden keinerlei Ohrmarken oder Lieferscheine zugeordnet. Insgesamt habe ich knapp 1000 Schweine in Augenschein genommen. Die Untersuchung erfolgte auf eigene Initiative und wurde mit Mitteln der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover finanziert.

Was ist Ihnen bei den Untersuchungen in den TBAs aufgefallen?

große Beilage: Das Ergebnis war leider erschütternd. Bei 13,2 % der Mastschweine und 11,6 % der angelieferten Zuchttiere habe ich Verletzungen gefunden, die auf länger anhaltende, erhebliche Schmerzen und Leiden hindeuten. Im Detail handelte es sich dabei um extrem abgemagerte Tiere, Schweine mit eitrigen Gelenkentzündungen, chronischen Panaritien, abgerissenen und entzündeten Afterklauen, Tiere mit tiefen und stark entzündeten Bissverletzungen an Schwanz und Ohren sowie tiefgehenden Hautverletzungen durch Wundliegen und Tiere mit tiefen Geschwüren.

Heißt das, dass viele Schweinehalter zu lange zögern, bevor sie diese unheilbar kranken...

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