Warmer Empfang für die neuen Läufer Plus

Ein guter Start entscheidet oftmals über den gesamten Mastverlauf. Wie Sie Läufern den Weg in die Mast ebnen, erläutert Ulrich Averberg, Landwirtschaftskammer NRW.

Das Umstallen in den Maststall ist für die neuen Läufer Stress pur: Sie haben mitunter einen langen Transport hinter sich, müssen mit den Buchtengenossen eine neue Rangordnung auskämpfen, bekommen anderes Futter, womöglich noch durch ein neues Fütterungssystem, und, und und ...

Damit sich die Tiere zügig eingewöhnen und reibungslos „durchstarten“ können, sollten Sie ihnen daher einen optimalen Empfang bereiten. Klären Sie noch vor dem Ausstallen der letzten Mastschweine, wann die neuen Ferkel kommen sollen. Auf diese Weise können Sie die Servicezeiten fürs Reinigen etc. optimal aufeinander abstimmen.

Die neuen Läufer sollten auf keinen Fall das Endmastfutter des letzten Durchgangs fressen müssen. Verfüttern Sie deshalb den Inhalt der Futterrohre an die letzten Mastschweine, und füllen Sie die Rohre von Flüssigfütterungen anschließend mit einem Wasser-Säure-Gemisch. Zum Start der neuen Mastgruppe wird das Standwasser dann in die Gülle geleitet.

Lüftung umstellen:

Ist nur ein Futtersilo vorhanden, kann es sogar sinnvoll sein, die letzten Mastschweine mit neuem, frischem Vormastfutter zu füttern. Unter dem Strich handelt es sich dabei nur um wenige Dezitonnen. Sprechen Sie die Inhaltsstoffe aber unbedingt mit Ihrem Fütterungsberater ab.

Nachdem die letzten Mastschweine den Stall verlassen haben, wird die Heizkanone aus dem Abteil genommen, sofern dies nicht schon nach der Vormast geschehen ist. Die Kanone wird entstaubt und repariert. Außerdem muss die Lüftungsanlage umgestellt werden (z.B. Solltemperatur senken), damit es keine Fehlalarme gibt. Denn Fehlalarme verleiten dazu, die Alarmanlage ganz abzuschalten. Und später wird dann häufig vergessen, die Anlage rechtzeitig wieder zu aktivieren.

Wichtig ist, dass die Ventilatoren nicht zu lange abgeschaltet bleiben. Denn sonst bildet sich Kondenswasser im Abteil, das zu Schäden führt. Bei Einzelabsaugung werden die Lüfter in der Leerstehphase so eingestellt, dass sie exakt gegen die Lüftungsklappen arbeiten. Auf diese Weise geht auch im Winter nicht zu viel Wärme verloren. Das Gleiche gilt für Zentralabsaugungen, wenn im Rein-Raus belegt wird.

Nach dem Verkauf der Nachläufer sind die Abteile meist recht trocken. Und in den Ecken haben sich Kothaufen angesammelt, weil die Resttiere den Kot nicht mehr ausreichend durch die Spalten treten. Dieser Kot wird mit Schaufel und Besen entfernt. Kotschlitze in den Buchten erleichtern diese Arbeit. Laut „Sendener Protokoll“ sind Kotschlitze in Mastställen zulässig, allerdings nur im Randbereich der Bucht. Und sie dürfen maximal 9cm breit sein.

Bevor der Hochdruckreiniger zum Einsatz kommt, muss der Schmutz gut eingeweicht werden. Professionelle Einweichanlagen, die mit Hoch- oder Niederdruck-Vernebelung arbeiten, benö-tigen dazu wenig Wasser. Das Wasser dringt tief in den Schmutz ein, sodass der sich leicht entfernen lässt.

Natürlich kann man auch mit dem Hochdruckreiniger oder einem Rasensprenger einweichen. Das ist jedoch erstens zeitaufwendiger. Und zweitens verbinden sich die groben Tropfen aufgrund der Adhäsionskräfte nicht so gut mit dem Schmutz. Sie perlen eher oberflächlich ab – ähnlich wie bei einem Sommergewitter, wenn die Regentropfen über den trockenen Staub rollen.

Viel Wasser, wenig Druck:

Nach dem Einweichen erfolgt die Vorreinigung. Das kann entweder mit einem großvolumigen Wasserschlauch (1 Zoll) oder dem Hochdruckreiniger erfolgen. Wobei man eine große Düse verwenden und reichlich Abstand halten sollte, um zu vermeiden, dass Schmutz zurück-spritzt. Wichtig ist auch, dass die Gülle nicht zu hoch unter den Spalten steht.

Nach dem Entfernen des gröbsten Schmutzes werden die Ablaufrohre der Fütterung mit einer Spülmaus und die Lüftungsschächte gesäubert. Ist der gröbste Schmutz weg, wird das Abteil mit Einweichschaum behandelt. Der Schaum soll die Fett- und Eiweißschichten „knacken“.

Nach entsprechender Einwirkzeit kommt dann der Hochdruckreiniger zum Einsatz. Am besten...

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