Wie gehts weiter beim Kupierverzicht?

Derzeit wird bewertet, wie gut der Aktionsplan Kupierverzicht in Deutschland umgesetzt wird. Fest steht, dass die EU-Kommission das Thema weiter fest im Blick behält. top agrar erläutert, worauf Schweinehalter jetzt achten müssen.

Die überwiegende Zahl der konventionell gehaltenen Schweine wird in Deutschland und vielen weiteren EU-Ländern nach wie vor kupiert. Seit einigen Jahren verschärft die EU-Kommission jedoch den Druck auf die Mitgliedstaaten beim Thema Kupierverzicht. In Deutschland trat daraufhin im Sommer 2019 der Nationale Aktionsplan Kupierverzicht in Kraft. Ziel des Aktionsplans ist der schrittweise Verzicht auf das Kupieren der Ferkelschwänze. Kurz zusammengefasst haben Tierhalter seitdem zwei Optionen:

  • Option 1-Betriebe sind Schweinehalter, die aufgrund von plausiblen Gründen noch nicht auf das Schwanzkupieren verzichten können. Dazu müssen sie nachweisen, dass der Eingriff unerlässlich ist. Seit Juli 2019 müssen sie dafür eine jährliche Risikoanalyse durchführen. Zusätzlich sind Schwanz- und Ohrverletzungen mindestens zweimal jährlich zu erheben sowie geeignete Optimierungsmaßnahmen umzusetzen.
  • Option 2-Betriebe sind Schweinehalter, die in den Kupierverzicht einsteigen und eine Kontrollgruppe (mindestens 1% der Tierplätze) mit unkupierten Schweinen halten. Auch bei dieser Option müssen Verletzungen dokumentiert und Optimierungsmaßnahmen eingeleitet werden.

Die Angaben aus der Erhebung der Verletzungen und der Risikoanalyse münden dann für alle Schweinehalter in einer sogenannten Tierhaltererklärung, die zwölf Monate lang gültig ist und der zuständigen Behörde auf Verlangen vorgelegt werden muss.

Maßnahmenpläne fällig

Grundsätzlich sieht der Aktionsplan vor, dass Schweinehalter die Haltungsbedingungen und das Betriebsmanagement durch geeignete Maßnahmen fortwährend so lange optimieren, bis im ganzen Bestand unkupierte Schweine gehalten werden können.

In den vergangenen beiden Jahren wurde den Schweinehaltern Zeit gegeben, sich an das Thema Kupierverzicht heranzutasten. Inzwischen ist diese Schonfrist vorbei. Betriebe, die in den letzten zwei Jahren die Unerlässlichkeit des Eingriffs immer wieder mit mehr als 2% Schwanzverletzungen begründet haben, müssen der zuständigen Behörde jetzt einen Maßnahmenplan mit weitergehenden Maßnahmen vorlegen. So sieht es der Ablauf des Aktionsplans vor.

Der Maßnahmenplan soll als Nachweis dienen, dass das Schwänzekürzen im Betrieb bzw. das Einstallen kupierter Tiere für den Betrieb weiterhin unerlässlich ist. Eine länderübergreifende Projektgruppe hat dazu Muster für Maßnahmenpläne in einer Kurz- und Langversion erarbeitet. Diese sind u.a. auf der Internetseite www.ringelschwanz.info veröffentlicht.

In dem schriftlichen...