Wie genau sind Achslast-Waagen? Premium

Vertrauen ist gut Wiegen ist besser! Das bestätigt jeder Praktiker, der auf dem Hof eine Fahrzeugwaage hat und generell alle Futterlieferungen, Schlachtviehverkäufe und Erntemengen überprüft. Der Nutzen einer Waage ist unbestritten. Doch viele Landwirte scheuen die Kosten und den Bauaufwand für eine ausgewachsene Brückenwaage vor allem, wenn der Platz fehlt, der Betrieb gepachtet ist oder auf zwei Hofstellen gewirtschaftet wird. Können in diesen Fällen mobile Rad- bzw. Achslastwaagen eine brauchbare Alternative zu den Brückenwaagen sein? Preislich sind sie jedenfalls interessant. Sie kosten je nach Ausstattung ab ca. 4 500 E. Eine einfache Brückenwaage, die nicht eichfähig ist und zudem als Bausatz geliefert wird, wäre schon doppelt so teuer. Wir haben vier der mobilen Rad- bzw. Achslastwaagen in der Praxis getestet. Folgende Firmen sind zu unserem Vergleich angetreten: Mayer mit einer Radlastwaage, die das Gewicht dynamisch bei langsamer Überfahrt ermittelt. Pfister mit der Radlastwaage Meteor XXL für die statische Wiegung. T.E.L.L. mit der Radlastwaage ALW 800 für statisches Wiegen. Walker mit einer Achslastwaage, die das Gewicht ebenfalls statisch ermittelt. Der Wiegebereich der Geräte liegt im Schnitt bei 20 t pro Achse. Weitere technische Daten, die Ausstattung und die Preise der Waagen haben wir in der Übersicht 1 aufgelistet. Alle Waagen wurden auf dem Hof des Lohnunternehmers Ackermann in Melle aufgebaut, wo uns zum Vergleich auch eine geeichte Fuhrwerkswaage zur Verfügung stand. Die Genauigkeit der Waagen haben wir mit zwei Zügen überprüft: Einem Fendt plus Muldenkipper mit Tandemachse vom Landtechnik-Unternehmen Saltenbrock, Wellingholzhausen, und einem Case mit einem Zweiachsanhänger von Lohnunternehmer Ackermann. Unterschiedliche Ergebnisse Zuerst wurde das Gewicht der Züge auf der Brückenwaage ermittelt. Anschließend haben wir die Testwaagen mit jedem Zug je drei Mal befahren und die Gewichte notiert. Die Ergebnisse sind in der Übersicht 2 auf der nächsten Doppelseite aufgelistet. Ziel ist, möglichst genau und mit geringer Streuung zu wiegen. Zuerst haben wir errechnet, wie stark das angezeigte Gewicht vom tatsächlichen Gewicht des Zuges abweicht. Bei den Radlastwaagen gelten Abweichungen von rund 1% als akzeptabel. Im Durchschnitt aller Waagen wurde diese Grenze zwar eingehalten, doch zeigte sich ein uneinheitliches Bild. Die Abweichungen lagen zwischen 0,3% im besten und 2,4% im schlechtesten Fall. Mit Abweichungen von jeweils weniger als 1% hat die Waage von Pfister bei beiden Durchgängen gleichmäßig gut abgeschnitten. Natürlich ist auch die Streuung der angezeigten Werte wichtig. Denn je dichter die ermittelten Werte beieinander liegen, desto exakter arbeitet die Waage. Durch Kalibrierung mit einem bekannten Gewicht kann man diese Waagen dann recht genau einstellen. Auch hier gab es keine einheitlichen Werte. Die Streuung lag zwischen 31 und 220 kg. Die geringsten Schwankungen haben wir bei der Achslastwaage von Walker ermittelt. Aus den Ergebnissen lässt sich keine eindeutige Tendenz ableiten oder gar eine Qualitätsrangfolge der Waagen errechnen. Denn beim Test zeigte sich, dass Aufbau und Einsatz der mobilen Waagen sehr großen Einfluss auf die Ergebnisse haben. Die Waagen von T.E.L.L. und Walker konnten wegen des Geländes vor Ort nicht absolut waagerecht aufgestellt werden, was sich ...

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