„Wir lassen uns nicht unterkriegen!“

Jetzt einen Sauenstall bauen? Gleicht das nicht einem Himmelfahrtskommando? Nein, sagen zwei befreundete Junglandwirte aus dem Münsterland, die aktuell groß in die Ferkelerzeugung investieren.

Herr Mengelkamp, viele Sauenhalter werfen derzeit frustriert das Handtuch. Sie steigen in unsicheren Zeiten ganz neu in die Sauenhaltung ein. Warum tun Sie sich das an?

Mengelkamp: Landwirt ist für mich der schönste Beruf der Welt. Während meiner Ausbildung habe ich meine Passion für die Ferkelerzeugung entdeckt. Unser Mastbetrieb wird durch den Neueinstieg in die Sauenhaltung gut ergänzt und ich sehe für die Ferkel zukünftig gute Marktchancen. Für mich als Betriebsleiter ergeben sich auch arbeitszeitliche Vorteile dank der neuen Betriebsgröße. Denn für den neuen Sauenstall stelle ich zwei neue Mitarbeiter ein. Dadurch kann ich einen Teil der Verantwortung abgeben und mich kurzzeitig auch mal aus dem Betrieb zurückziehen, z.B. für einen Familienurlaub. Insgesamt werden die Arbeitszeiten im Betrieb durch die Sauenhaltung mit festem Produktionsrhythmus geregelter und planbarer.

Herr Ermann, Sie verdoppeln Ihren Sauenbestand von 750 auf 1500 Sauen. Was treibt Sie an?

Ermann: Langfristig hätten wir im alten Sauenstall aufgrund der Vorgaben der neuen Haltungs-VO umbauen müssen. Wir haben uns deshalb für einen Neubau entschieden. Ich wollte die Chance auch nutzen, um meinen Sauen mehr Tierwohl zu bieten. Natürlich hatte ich auch den Ehrgeiz, den Bestand zu vergrößern und dadurch die Ferkelpartien sowie die Arbeitsabläufe zu optimieren. Wir haben im Münsterland einen niedrigen Selbstversorgungsgrad bei Ferkeln, daher sehe ich gute Absatzchancen in der Region.

Viele Sauenbetriebe steigen unter anderem aus, weil sie keine zuverlässigen Mitarbeiter mehr finden. Herr Ermann, wie sieht bei Ihnen die Personalsituation aus?

Ermann: Als sich unsere Neubau-Pläne rumgesprochen hatten, haben wir viele Anfragen von interessierten Arbeitskräften bekommen. Für die Betreuung der vergrößerten Sauenherde stelle ich nun drei weitere Mitarbeiter ein. Ein neuer Sauenstall ist meiner Meinung nach auch ein schöner Arbeitsplatz. In unserem Neubau verläuft z.B. entlang des Zentralgangs im Wartestall eine lange Fensterfront. Der Stall ist dadurch insgesamt viel heller. Ebenso sind großzügige Aufenthaltsräume und Sanitäranlagen sowie ein Garten für die Mitarbeiter eingeplant. Um Angestellte langfristig im Betrieb zu halten, spielt natürlich auch das Arbeitsklima eine entscheidende Rolle. Als Chef sollte man seine Mitarbeiter fördern und auch Rücksicht auf ihr Privatleben nehmen, z.B. durch geregelte Wochenenddienste.

Den Entschluss zu solch einem teuren Entwicklungsschritt fällt man nicht allein. Was sagen Ihre Familie und Nachbarn zu den Ausbauplänen?

Ermann: Meine Familie hat sehr positiv auf das Bauvorhaben reagiert. Auch mein Vater hat immer wieder wichtige Investitionen für den Betrieb getätigt. Er will, dass der Betrieb weiterentwickelt wird und hat mich in meinem Vorhaben bestärkt. Viele andere Landwirte waren bereits zu Besuch und haben unseren neuen Stall besichtigt. Die meisten sind auf der Suche nach Ideen für den Umbau ihrer eigenen Sauenställe. Dass mein Vorhaben Ihnen als positives Beispiel dient, gibt mir ein richtig gutes Gefühl.

Herr Mengelkamp, welche Reaktionen gab es bei Ihnen?

Mengelkamp: Meine Familie...

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