Afrikanische Schweinepest

Özdemir will ASP-Bekämpfung stärker koordinieren

Mit den von ASP betroffenen Landesministerien will Landwirtschaftsminister Cem Özdemir heute über ein einheitliches ASP-Monitoring und Beihilfen für betroffene Schweinehalter beraten.

Auf Einladung des Bundesministers für Ernährung und Landwirtschaft, Cem Özdemir, tauschen sich die zuständigen Landesminister aus Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Sachsen heute in einer Videokonferenz über den aktuellen Stand bei der Afrikanischen Schweinepest (ASP) und die bereits getroffenen Schutzvorkehrungen ein. An der Sitzung nimmt auch Staatssekretärin Silvia Bender teil, die den Zentralen Krisenstab Tierseuchen leitet. Sie hatte sich bereits in der vergangenen Woche über die aktuelle Infektionslage informiert und ein koordiniertes Vorgehen mit den betroffenen Bundesländern besprochen.

Özdemir dankt Schweinehaltern

„Ich danke den zuständigen Ministerinnen und Ministern, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den lokalen Veterinärbehörden, der Jägerschaft und auch den zahlreichen Helferinnen und Helfern von Bundeswehr und THW, die Beachtliches leisten in dieser schwierigen Zeit“, erklärte der Minister vor der Sitzung. Sein Dank gelte aber auch den vielen Tierhalterinnen und Tierhaltern, die sich an die strengen Hygieneauflagen halten und damit die Seuche aus den Ställen fernhalten. Dadurch sei es gelungen, die Tierseuche auf einen relativ kleinen Raum zu begrenzen.

Schweinehalter beihilfekonform unterstützen

„Unser Ziel ist es, die Verbreitung zu stoppen und die ASP zu tilgen. Als Bund werden wir unsere koordinierende Aufgabe dabei verstärkt wahrnehmen“, sagte Özdemir. Ein zentraler Faktor sei hierbei, die Wildschweinbestände stark zu reduzieren. Diese Herausforderung gehe das BMEL zusammen mit den Ländern bereits an. Mit der europäischen Kommission verhandele das Ministerium zudem darüber, wie man die schweinehaltenden Betriebe beihilfekonform finanziell unterstützen könne.

Engerer Austausch mit Polen

Mit Blick auf die Zusammenarbeit mit Polen betonte Cem Özdemir in der Pressemitteilung: „Auch wenn wir hier unterschiedliche Vorstellungen haben, wollen wir den Gesprächsfaden mit Polen weiterführen, denn der Infektionsdruck durch von dort einwandernde Wildschweine ist weiter hoch. Ich begrüße es, dass die EU-Kommission für Anfang 2022 auch eine EUVET-Mission nach Polen plant.“

ASP-Monitoring intensivieren

Das EUVET-Team (europäisches Veterinär-Notfallteam) hatte zuletzt die bisherige konsequente Seuchenbekämpfung in Deutschland gelobt. Die Arbeit der EUVET-Beratergruppe sei ein hilfreicher Baustein zur Unterstützung der Behörden vor Ort, so der Minister. Die EU-Berater hatten unter anderem empfohlen, beim ASP-Monitoring koordiniert vorzugehen und eine einheitliche Dokumentation in den Ländern zu etablieren.

Dazu hätten sich Bund und Länder bereits im Rahmen der Beratungen der Bund-Länder-Task-Force Tierseuchenbekämpfung Anfang Dezember auf differenzierte Maßnahmen verständigt: In einem Gürtel von ca. 50 km westlich um die ASP-Einträge in Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen (Landkreis Meißen) werde ein verstärktes Monitoring in Form von Serologie und Virologie bei Fallwild, Unfallwild und gesund erlegten Tieren durchgeführt. Dadurch erhoffe man sich genauere Erkenntnisse über die Ausdehnung des ASP-Geschehens nach Westen. Auch in den übrigen, ASP-freien Ländern werde das Monitoring zur Früherkennung der ASP intensiviert.


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