Antibiotika-Forschung adé?

Durch den Anstieg multiresistenter Keime ist die Entwicklung neuer, antimikrobileller Wirkstoffe wichtiger denn je. Um so bedrohlicher ist es, dass sich immer mehr Pharmaunternehmen aus der Antibiotika-Forschung zurücksziehen. Nach Bayer, Merck und AstraZeneca ist nun auch Novartis ausgestiegen.

Blutuntersuchung im Labor (Bildquelle: Heil)

Durch den Anstieg multiresistenter Keime ist die Entwicklung neuer, antimikrobileller Wirkstoffe wichtiger denn je. Um so bedrohlicher ist es, dass sich immer mehr Pharmaunternehmen aus der Antibiotika-Forschung zurücksziehen. Nach Bayer, Merck und AstraZeneca ist nun auch Novartis aus der Forschung neuer Antibiotika-Klassen ausgestiegen. Der finanzielle Aufwand sei zu hoch und die Ertragsaussichten seinen zu gering. Denn Ärzte würden dazu angehalten, neue Medikamente als „Reserveantibiotika“ möglichst wenig einzusetzen, damit die Bakterien gegen die neuen Mittel nicht so schnell resistent werden.

Das hat auch für die Tiermedizin fatale Folgen. Denn wenn für die Humanmedizin weniger neue Wirkstoffe zugelassen werden, steigt der politische Druck, vorhandene, wichtige Antibiotika für den Einsatz beim Menschen zu reservieren und für Tiere womöglich ganz zu verbieten. Deshalb ist es wichtig, dass die Tiermedizin der Politik dafür wenig Ansatzpunkte bietet, indem sie mit den für den Menschen wichtigen Wirkstoffen sorgsam umgeht.

Artikel geschrieben von

Henning Lehnert

Redakteur Schweinehaltung

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Diskussionen zum Artikel

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von Erwin Schmidbauer

Wirtschaftliche Überlegungen

Die Antibiotikaforschung lohnt einfach nicht mehr, die Zulassungsauflagen sind sehr hoch und der Absatz vergleichsweise gering. Gerade in der Humanmedizin müsste doch die Politik eingreifen. Aber national ist nicht viel auszurichten.

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