Architekturstudenten planen Stall und Schlachthaus

Das Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft (KTBL) und die Stiftung des Landwirtschaftsverlages Münster-Hiltrup haben gemeinsam einen Ideenwettbewerb für Architekturstudierende ausgeschrieben. Gesucht werden innovative Konzepte für einen tierwohlgerechten Maststall mit 500 Plätzen, eigener Schlachtung und Direktvermarktung.

Die konventionelle Schweinehaltung wird von der Gesellschaft und in den Medien zum Teil sehr kritisch beurteilt. Der Ruf nach tierwohlgerechten Stallbaulösungen, geschlossenen Nährstoffkreisläufen, einer geringeren Belastung der Umwelt und mehr Regionalität wird immer lauter. Doch mitunter widersprechen sich das Streben nach mehr Tierwohl und der Wunsch , die Umweltbelastung zu reduzieren, zum Beispiel beim Bau von Außenausläufen für Schweine.

Wie lassen sich die unterschiedlichen Ziele unter einen Hut bringen? Die Stiftung des Landwirtschaftsverlages Münster-Hiltrup und das Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft (KTBL) haben dazu gemeinsam einen Wettbewerb für Architekturstudierende ausgeschrieben. Das Thema lautet “Vom Stall zur Theke – Tierwohl bis zum Ende gedacht“.

Die Aufgabe umfasst das Konzept für einen landwirtschaftlichen Betrieb, der Mastschweine (500 Plätze) so hält, dass sie ihre Verhaltensweisen möglichst artgerecht ausleben können. Dazu gehört der Zugang zu verschiedenen Klimazonen, vorzugsweise Außenklima, das Angebot unterschiedlicher Funktionsbereiche mit verschiedenen Bodenbelägen, ausreichend Platz und das Angebot von veränderbaren Beschäftigungsmaterialen. Der Betrieb soll die Schweine darüber hinaus selbst schlachten bzw. verarbeiten und im eigenen Hofladen direkt vermarkten.

Knapp 70 Studierende der Hochschulen Braunschweig, Darmstadt, München und Stuttgart stellen sich dieser interessanten Herausforderung. Während eines dreitägigen Workshops, der in dieser Woche in Münster-Hiltrup stattfindet, besichtigen sie eine Hofstelle am nördlichen Stadtrand von Münster, die als Grundlage ihrer Planungen dient. Anschließend diskutieren Sie auf dem Gelände des Landwirtschaftsverlages erste Ideen und Entwürfe mit jungen Schweinehaltern aus ganz Deutschland und fachkundigen Bauexperten.

Das gesamte Projekt erstreckt sich über das Sommersemester 2019. Abgabetermin für die Entwürfe ist der 30. September 2019. Anschließend bewertet eine Jury aus Fach- und Sachpreisrichtern anonym die eingereichten Arbeiten. Die Präsentation der interessantesten Entwürfe und die Prämierung der Gewinner erfolgt im Januar 2020 in Berlin.

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Artikel geschrieben von

Henning Lehnert

Redakteur Schweinehaltung

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Diskussionen zum Artikel

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von Andreas Demann

Viel Spaß bei der Planung

Hier mal ein paar Hintergrund Infos für die Architekten. 500 Mast Plätze ergibt bei 2,8 Umtrieben im Jahr 1400 glückliche Mastschweine. Bei eigener Wöchentlicher Schlachtung sind das so ca. 26 Tiere in der Woche. Viel Spaß mit den vielen Altersgruppen in dem Stall. Und denkt an die Fütterungstechnik bei soviel unterschiedlichen Tieren

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